1801 entdeckte der Physiker und Naturforscher Johann Wilhelm Ritter in Jena die ultraviolette Strahlung. 225 Jahre später feiert die bayerische Hoenle AG ihr 50-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das zeigt, wie aus einem physikalischen Phänomen eine industrielle Schlüsseltechnologie geworden ist.
Gegründet wurde Hoenle 1976 im Großraum München von Prof. Dr. Karl Hönle und Dr. Günter Schmid mit dem Ziel, innovative Bestrahlungslösungen für Industrie und Medizin zu entwickeln. Heute zählt das Unternehmen zu den international führenden Anbietern industrieller UV-Technologie und Klebstoffsysteme. Die Entwicklung vom regionalen Mittelständler zum global agierenden Technologiekonzern basiert auf einer konsequenten Ausrichtung auf Innovation und Wachstum.
»UV-Licht ist unsichtbar, aber seine Wirkung ist es nicht«, sagt Dr. Franz Richter, CEO der Hoenle AG. »Wir machen diese Wirkung präzise steuerbar, reproduzierbar und wirtschaftlich nutzbar – eine Idee, die unser Handeln bis heute prägt.« Gemeinsam mit Kunden entwickle Hoenle Lösungen für effiziente und nachhaltige Hightech-Prozesse. UV-Technologie kommt vor allem in industriellen Fertigungsprozessen zum Einsatz – etwa bei der lösemittelfreien Trocknung und Härtung von Klebstoffen, Lacken und Farben sowie bei der chemiefreien Entkeimung von Oberflächen, Luft und Wasser.
Ein wesentliches Differenzierungsmerkmal ist die Kompetenz entlang der gesamten UV-Wertschöpfungskette – von Komponenten wie UV-Lampen über Systemintegration bis hin zu applikationsspezifischen Klebstoffen. Diese vertikale Integration hat sich insbesondere in einem zunehmend dynamischen Marktumfeld als strategischer Vorteil erwiesen.Auch der Ausbau der LED-UV-Technologie zählt zu den zentralen Innovationsfeldern des Unternehmens.
Anwendungen finden sich heute unter anderem in der Elektronikfertigung, im Automotive-Bereich, in der Medizintechnik, der Halbleiterindustrie sowie in der Displayproduktion. Die Kombination aus Systemtechnik, Verbrauchsmaterialien und Engineering-Kompetenz sorgt für eine hohe technologische Resilienz.
Mit Blick auf geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Veränderungen setzt Hoenle auf Kundennähe und Innovation. Gleichzeitig profitiert das Unternehmen von Megatrends wie Miniaturisierung, emissionsarmen Produktionsverfahren sowie dem wachsenden Bedarf an schneller, rückstandsfreier Fügetechnik und chemiefreier Entkeimung. Damit bleibt UV-Technologie aus Gilching auch künftig ein wichtiger Baustein für effiziente und nachhaltige industrielle Fertigungsprozesse.