Wachstumsmotor für optische Transceiver

KI treibt Milliardenmarkt an

6. Juli 2026, 07:58 Uhr | Nicole Wörner
Graphic of the total optical transceiver market - 2025 vs. 2031. A CAGR of 30 % is to be expected
© Yole Group

Laut einer aktuellen Analyse der Yole Group soll der Markt für optische Transceiver von 23,4 Mrd. US-Dollar im Jahr 2025 auf mehr als 112 Mrd. US-Dollar im Jahr 2031 wachsen. KI-Rechenzentren entwickeln sich dabei zum wichtigsten Wachstumstreiber der Branche.

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Mit dem Aufstieg der Künstlichen Intelligenz verändert sich die Rolle optischer Datenübertragung grundlegend. Was bislang vor allem als unterstützende Netzwerktechnologie galt, wird zunehmend zu einer zentralen Voraussetzung für die Skalierung moderner KI-Infrastrukturen. Je größer und komplexer KI-Modelle werden, desto mehr Daten müssen zwischen Prozessoren, Servern, Racks und sogar zwischen einzelnen Rechenzentren übertragen werden. Dadurch steigt der Bedarf an leistungsfähigen optischen Verbindungen in bisher nicht gekanntem Ausmaß.

 »KI erhöht nicht mehr nur die Nachfrage nach optischen Transceivern, sondern definiert die gesamte Roadmap der Photonikindustrie neu«, sagt Martin Vallo, Senior Technology & Market Analyst für Photonik und Lighting bei der Yole Group.

 Markt wächst bis 2031 auf über 112 Milliarden US-Dollar

 Nach Einschätzung der Marktforscher befindet sich der globale Markt für optische Transceiver am Beginn eines neuen Wachstumzyklus. Für Anwendungen im Bereich Datacom erwarten die Analysten zwischen 2025 und 2031 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von rund 30 %. Das Marktvolumen soll von 23,4 Mrd. US-Dollar im Jahr 2025 auf 112,3 Mrd. US-Dollar im Jahr 2031 steigen. Verantwortlich dafür sind vor allem KI-Infrastrukturen für Training und Inferenz. Gegen Ende des Prognosezeitraums werden diese Anwendungen voraussichtlich mehr als 90 % des gesamten Marktumsatzes ausmachen.

 Höhere Übertragungsraten beschleunigen Technologiewandel

 Parallel zum Marktwachstum steht die Branche vor tiefgreifenden technologischen Veränderungen, denn sie treibt gleichzeitig die Migration auf Architekturen mit Übertragungsraten von 800G und 1,6T voran. Perspektivisch zeichnet sich bereits der Übergang zu 3,2T-Systemen ab. Gleichzeitig gewinnen neue Ansätze bei photonischen Plattformen, Packaging-Technologien und optischen Engines an Bedeutung. Die steigenden Anforderungen an Bandbreite, Energieeffizienz und Integrationsdichte treiben die Entwicklung der gesamten Wertschöpfungskette voran.

 Siliziumphotonik wird zur dominierenden Plattform

 Als wichtigste Technologieplattform für die nächste Generation optischer Interconnects identifiziert die Yole Group die Siliziumphotonik. Ausschlaggebend sind ihre Vorteile hinsichtlich Bandbreitendichte, Energieverbrauch und Skalierbarkeit.

Zudem gilt die Technologie als natürlicher Entwicklungspfad in Richtung Co-Packaged Optics, bei denen optische Komponenten deutlich näher an den Rechenchips integriert werden.

 Parallel dazu gewinnen weitere Materialplattformen an Dynamik. Dazu zählen Dünnschicht-Lithiumniobat (TFLN), Indiumphosphid (InP), Bariumtitanat (BTO) sowie organische Modulatoren. Sie könnten insbesondere bei künftigen Architekturen mit 400 Gbit/s pro Lane eine wichtige Rolle spielen.

 Wettbewerb verschärft sich entlang der Lieferkette

 Die Studie zeigt zudem deutliche Veränderungen im Wettbewerbsumfeld der Branche. Chinesische Anbieter wie Terahop, Eoptolink und Accelink bauen ihre Position im Markt für Datacom-Optiken weiter aus. Gleichzeitig behaupten westliche Unternehmen wie Coherent, NVIDIA und Lumentum ihre Führungsrolle bei Schlüsseltechnologien. Dazu gehören digitale Signalprozessoren (DSPs), kohärente Übertragungssysteme, Lasertechnologien, Siliziumphotonik-Plattformen sowie fortschrittliche optische Engines.

 Engpässe bei Lasern und DSPs werden zum Risikofaktor

 Mit dem starken Nachfrageanstieg rücken auch mögliche Lieferengpässe stärker in den Fokus. Die Studie sieht potenzielle Engpässe bei EML-Lasern, DSPs und Technologien zur photonischen Integration als zunehmend wichtigen Faktor für das zukünftige Marktwachstum. Gleichzeitig konzentriert sich die Nachfrage zunehmend auf eine kleinere Zahl qualifizierter Lieferanten. Das verändert die Wettbewerbsdynamik der Branche und stärkt die Position technologisch führender Anbieter.

 Für Lakshman Srinivasan, Technology & Market Analyst bei der Yole Group, markiert die aktuelle Entwicklung einen grundlegenden Wandel: »Mit zunehmender Größe und Verteilung von KI-Clustern entwickelt sich die optische Konnektivität von einer Netzwerkkomponente zu einer strategischen Infrastrukturtechnologie.« Damit eröffnen sich seiner Meinung nach entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Komponentenherstellern über Transceiver-Anbieter bis hin zu Betreibern von Rechenzentren – erhebliche Wachstumschancen. Die Dynamik der KI dürfte den Markt für optische Transceiver damit über Jahre hinweg maßgeblich prägen.

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