Umsatzrückgang und sinkende Margen

»Das lässt sich nicht beschönigen«

13. März 2020, 12:21 Uhr | Anja Zierler
Kurhan/stock.adobe.com
© Kurhan/stock.adobe.com
Diesen Artikel anhören

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

"Viele sind von der Automobilindustrie abhängig..."

Bei Hy-Line stagnierten im vergangenen Jahr die Umsätze vor allem im DACH-Gebiet. Für Rudolf Sosnowsky, CTO von Hy-Line, liegt der Grund im Wandel der Automobilindustrie: »Viele unserer Kunden sind in irgendeiner Weise von der Automobilindustrie abhängig. Diese wurde aber durch den Dieselskandal und das gesteigerte Umweltbewusstsein gebremst. Daraufhin haben die Automobil-affinen Kunden Aufträge verschoben oder auch storniert.« Entsprechend unzufrieden ist der Hy-Line-Manager mit den zu erwartenden Margen: »Wir rechnen mit einer Preiserosion mit stagnierenden bis rückläufigen Margen.« Im kommenden Jahr will das Unternehmen den Umsatz mit dem Bereich Display und Touch steigern. Dabei spielen bei Hy-Line sogenannte Value-Added-Produkte eine immer größere Rolle: »Systeme bestehend aus Komponenten wie Display, Touchscreen, Deckglas, Rechner, Mechanik und Software tragen zunehmend zu unserem Umsatz bei.«

Ein Blick auf die Lieferzeiten

Distec-Geschäftsführer Matthias Keller zufolge müssen sich Kunden teilweise auf längere Lieferzeiten einstellen: »Die Lieferzeiten werden tendenziell länger. Die mittlere Lieferzeit liegt bei circa 8 Wochen, sofern wir keinen Lagerbestand und nichts im Zulauf haben.«

Während Eber für das Jahr 2020 keine deutlichen Änderungen der Lieferzeiten gegenüber 2019 erwartet, geht Sosnowsky ins Detail: »Hersteller wie LG Display und Sharp haben 18 Wochen Lieferzeit, taiwanesische Hersteller 12 bis 14 Wochen. Aus China erhalten wir Produkte innerhalb weniger als 10 Wochen.« Einen Grund für die steigenden Lieferzeiten sieht er in der Umstellung auf andere und neue Technologien. So stellt Sharp etwa seit einigen Jahren Displays mit auf Indium-Gallium-Zink-Oxid basierenden Panels, kurz IGZO-Panels, her. Auch die Einschränkung der Produktionskapazitäten der traditionellen Display-Lieferanten spielt Sosnowsky zufolge bei den steigenden Lieferzeiten eine Rolle.

Display Elektronik liefert einen Großteil der Standardprodukte ab Lager. »Wir haben nicht umsonst eines der größten Lager im Bereich der Displays in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa. Somit leben unsere Kunden hier von sehr kurzen Lieferzeiten«, erklärt Hußmann. Allerdings seien die wirklichen Produktionszeiten bei 10 bis 16 Wochen recht lange. »Dies gilt aber im Prinzip schon seit vielen Jahren«, so der Experte. »Ganz aktuell wird man sehen, welche Auswirkungen die Coronavirus-Problematik auf die Lieferkette haben wird. Wir gehen hier in den nächsten drei bis neun Monaten wohl von längeren Lieferzeiten aus.«


  1. »Das lässt sich nicht beschönigen«
  2. Im Industriebereich deutlicher Umsatzrückgang
  3. "Viele sind von der Automobilindustrie abhängig..."


Lesen Sie mehr zum Thema


Das könnte Sie auch interessieren