Halbjahresergebnisse 2026 veröffentlicht

Sensirion hebt Umsatzprognose an

19. August 2026, 15:29 Uhr | Nicole Wörner
Adobe Schmuckbild Wachstum 2025/2026 - Finanzdiagramm mit Aufwärtstrend und einem Finger, der auf den Höchststand zeigt. Es symbolisiert Wachstum und Erfolg in den Jahren 2025 und 2026
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Der schweizerische Sensorhersteller Sensirion steigert den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 in Lokalwährungen um 6,9 Prozent und hebt zugleich die Prognose für das Gesamtjahr an.

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Sensirion hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 179,0 Mio. Schweizer Franken erzielt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 6,9 Prozent in Lokalwährungen. In Schweizer Franken ging der Umsatz aufgrund von Währungseffekten um 3,0 Prozent zurück. Alle vier Endmärkte trugen zur Entwicklung bei.

Das Ergebnis fiel vor dem Hintergrund eines starken ersten Halbjahres 2025 aus, das durch Vorzieheffekte bei A2L-Leckagesensoren geprägt war. Gleichzeitig blieb das Marktumfeld durch Unsicherheiten bei globalen Lieferketten, geopolitische Spannungen und eine volatile Zollsituation geprägt.

Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Medizintechnik sowie der Vertrieb über Distributionspartner in allen Regionen.

Nettogewinn steigt deutlich

Die Bruttomarge lag im ersten Halbjahr bei 52,6 Prozent - nach 51,5 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die EBITDA-Marge erreichte 19,5 Prozent und lag damit nur leicht unter dem Vorjahreswert von 19,8 Prozent. Nach Angaben von Sensirion konnten Effizienzsteigerungen, Preisanpassungen und die weitere Internationalisierung Belastungen durch Währungseffekte und höhere Rohmaterialpreise zu einem wesentlichen Teil ausgleichen.

Der Nettogewinn stieg von 10,4 auf 18,9 Mio. Schweizer Franken. Das entspricht einem Plus von 82 Prozent. Der operative Cashflow erhöhte sich um 20 Prozent auf 34,0 Mio. Schweizer Franken. Der freie Cashflow lag trotz Investitionen von 8,2 Mio. Schweizer Franken in das neue Produktionsgebäude in Stäfa bei 10,6 Mio. Schweizer Franken.

Automotive und Medizintechnik wachsen

Im Automobilmarkt steigerte Sensirion den Umsatz in Lokalwährungen um 11 Prozent auf 40,6 Mio. Schweizer Franken. Zum Wachstum trugen neben bestehenden Anwendungen auch Lösungen zur Batterieüberwachung in Elektrofahrzeugen bei. Bei europäischen Kunden starteten erste Serienanläufe.

In der Medizintechnik stieg der Umsatz in Lokalwährungen um 10 Prozent auf 28,7 Mio. Schweizer Franken. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 entspricht dies einem Zuwachs von rund 39 Prozent. Als Wachstumstreiber nennt Sensirion insbesondere Anwendungen für CPAP- und Beatmungsgeräte.

Der Industriemarkt erreichte 97,4 Mio. Schweizer Franken. Damit blieb der Umsatz in Lokalwährungen mit einem Plus von 1 Prozent weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres. Die Normalisierung des A2L-Geschäfts wurde durch andere Industrieanwendungen kompensiert. Besonders entwickelten sich Anwendungen für Gaszähler und Gaschromatografie.

Der Consumer-Markt wuchs in Lokalwährungen um rund 45 Prozent auf 12,3 Mio. Schweizer Franken. In Schweizer Franken betrug das Plus 27 Prozent. Das Distributionsgeschäft entwickelte sich dabei in allen drei Regionen positiv.

Fokus auf Smart Gas Sensing

Sensirion will das Geschäft mit Sensorlösungen zur präzisen Messung und Analyse von Gasen weiter ausbauen. Bis 2030 strebt das Unternehmen nach eigenen Angaben eine führende Position im Bereich Smart Gas Sensing an. Im Fokus stehen Anwendungen für Sicherheit, Gesundheit, Energieeffizienz, regulatorische Anforderungen und industrielle Prozessqualität.

Dafür hat Sensirion mehr als zehn Wachstumsfelder über die vier Endmärkte hinweg definiert. Dazu gehören unter anderem die Leckage-Erkennung kritischer Gase, die Batterieüberwachung von Elektrofahrzeugen, die Atemgasanalyse und die industrielle Gasanalytik.

Parallel baut das Unternehmen seine Produktionskapazitäten aus. Ein zweiter Reinraum am Standort Stäfa soll zusätzliche Kapazitäten schaffen und die Redundanz der Produktion erhöhen.

Neue Verantwortlichkeiten ab Oktober

Auch die Führungsstruktur wird angepasst. Die Aktivitäten mit Sensorlösungen werden künftig unter der Bezeichnung Market Solutions gebündelt. Dazu gehören Einheiten für die Bereiche Automotive, Medical, HVAC, Industrie und Connected Solutions.

Die Führung der Komponentenaktivitäten übernimmt ab 1. Oktober 2026 Johannes Schumm, bislang VP Research & Development. Simon Sonderfeld, bisher VP Marketing & Sales, übernimmt die Führung von Market Solutions.

Umsatzprognose angehoben

Auf Basis der Entwicklung im ersten Halbjahr erhöht Sensirion die Umsatzprognose für 2026. Statt bislang 335 bis 360 Mio. Schweizer Franken erwartet das Unternehmen nun 345 bis 365 Mio. Schweizer Franken Umsatz.

Unter der Annahme einer stabilen Konjunktur entspricht dies zu aktuellen Wechselkursen einem Wachstum von 8 bis 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bereinigt um Währungseffekte. Die EBITDA-Marge soll in der oberen Hälfte der prognostizierten Spanne im mittleren bis hohen Zehnerbereich liegen.


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