Erstmals in der 25-jährigen Geschichte des AMA Innovationspreises sind alle drei Nominierten für den Hauptpreis zugleich Gewinner in der Sonderkategorie „Junges Unternehmen“. Ein deutliches Zeichen dafür, wie stark Start-ups die Innovationsdynamik in der Sensorik bestimmen.
Prof. Dr. Klaus Stefan Drese: »Seit vielen Jahren würdigt der AMA Innovationspreis herausragende Forschungs- und Entwicklungsleistungen in der Sensorik und Messtechnik. In diesem Jahr zeigt sich eindrucksvoll, wie dynamisch und innovationsstark diese Branche ist. Besonders bemerkenswert ist, dass alle drei nominierten Lösungen in der Kategorie „Junge Unternehmen“ von Neugründungen beziehungsweise sehr jungen Firmen stammen – ein Novum in der Geschichte des Preises.
Die Jurymitglieder aus Forschung und Industrie bewerten die eingereichten Lösungen nach klaren Kriterien: Neuheit, Innovationshöhe, Originalität der technischen Lösung, Marktchancen und Patentsituation. Entscheidend ist dabei stets das Zusammenspiel aus hohem technologischem Anspruch und realer Anwendbarkeit. Eine Innovation überzeugt uns nur dann, wenn sie wissenschaftlich und technisch belastbar ist und zugleich den Weg in marktfähige Produkte oder Prozesse eröffnet. Gerade dieses Zusammenspiel zeigen die drei nominierten jungen Unternehmen in besonderer Weise.
Die Coher Sense UG aus Lübeck hat mit „KISA – Das Multimeter für Laser“ ein kompaktes, schnelles und industriefähiges Messsystem entwickelt, das Laserstrahlung eigenständig vermisst und gleichzeitig Leistung sowie Wellenlänge bestimmt. Die Technologie basiert auf Erkenntnissen aus der Fusionsforschung und kann in bestimmten Anwendungen komplexe Messaufbauten wie Fizeau- oder Fabry-Pérot-Interferometer ersetzen.
Die Metubiq GmbH aus Kassel entwickelt gemeinsam mit der Universität Kassel eine vibrationsimmune Inline-Weißlichtinterferometrie für die Fertigung. Dank patentierter Schwingungskompensation werden hochpräzise 3D-Mikrotopografiemessungen mit Subnanometer-Genauigkeit direkt in der Produktionsumgebung möglich. Damit eröffnet sich ein großes Potenzial für die Inline- und In-situ-Qualitätskontrolle.
Die Moldsonics GmbH aus Linz in Österreich zeigt, wie konsequent integrierte Sensorik neue Anwendungen erschließen kann. Ihre ultraschallbasierte Inline-Sensorplattform überwacht kontinuierlich Prozesszustand und Verschleiß in der Kunststoffverarbeitung. Die Lösung erfasst prozessrelevante Daten im Spritzgießen sowie in Schnecke und Zylinder von Extrudern im laufenden Betrieb. Hochtemperatursensoren bis 300 °C und standardisierte Schnittstellen erleichtern die Integration in bestehende Anlagen.
Dass in diesem Jahr neun von 13 Einreichungen von Unternehmen stammen, die weniger als fünf Jahre am Markt sind, weniger als 50 Mitarbeitende beschäftigen und einen Jahresumsatz von unter zehn Millionen Euro erzielen, ist ein starkes Signal. Es zeigt die enorme Gründungsdynamik und die wachsende Bereitschaft, Forschungsergebnisse in wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu überführen. Der AMA Innovationspreis bietet diesen Unternehmen eine wichtige Bühne, um Sichtbarkeit, Kontakte und Marktchancen zu gewinnen.
Für die drei Nominierten ist die Auszeichnung „Junge Unternehmen“ zugleich Anerkennung und Chance. Neben dem kostenfreien Messeauftritt auf der Sensor+Test 2026 in Nürnberg konkurrieren sie auch um den mit 10.000 Euro dotierten AMA Innovationspreis 2026. Gerade für junge Firmen ist diese Kombination aus Sichtbarkeit, Vernetzung und fachlicher Anerkennung von besonderem Wert.
Der AMA Innovationspreis macht jedes Jahr sichtbar, wie viel Innovationskraft in einer Branche steckt, die oft im Verborgenen wirkt. Sensorik und Messtechnik bilden die Grundlage für präzisere Prozesse, mehr Sicherheit und höhere Effizienz in vielen industriellen Anwendungen. Zugleich leisten sie einen wichtigen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
Ich freue mich sehr darüber, dass der diesjährige Wettbewerb so deutlich zeigt, wie leistungsfähig und zukunftsorientiert junge Unternehmen in diesem Feld bereits sind. Genau hier entstehen Lösungen, die die technische Entwicklung prägen und neue Märkte eröffnen. Der AMA Innovationspreis würdigt diese Leistung und rückt die Köpfe hinter den Innovationen in den Mittelpunkt, wo sie aus meiner Sicht auch hingehören.«