Außenhandel

Chinas Exporte nach Deutschland legen kräftig zu

14. Juli 2026, 10:16 Uhr | Nach Unterlagen von dpa
Adobe Schmuckbild China Deutschland Export - Zwei Container mit den Flaggen beider Staaten aufgedruckt
© stock.adobe.com / bao

Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und China entwickeln sich weiter zugunsten der Volksrepublik. Laut chinesischer Zollbehörde stiegen die Exporte nach Deutschland im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 27,2 %. Die Importe aus Deutschland legten im gleichen Zeitraum lediglich um 3,1 % zu.

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Im ersten Halbjahr stiegen Chinas Lieferungen nach Deutschland um 19 Prozent, die deutschen Exporte nach China nur um 1,8 Prozent. Insgesamt exportierte China in diesem Zeitraum Waren im Wert von 67,5 Milliarden US-Dollar nach Deutschland. Die Importe aus Deutschland erreichten 45,2 Milliarden US-Dollar. Daraus ergibt sich für Deutschland ein Handelsdefizit von 22,3 Milliarden US-Dollar.

Wettbewerb verschiebt sich

Lange profitierte Deutschland vom Wirtschaftswachstum Chinas und exportierte vor allem Fahrzeuge, Maschinen und Spezialtechnik. Inzwischen treten chinesische Unternehmen verstärkt selbst als Anbieter technologisch anspruchsvoller Produkte auf internationalen Märkten auf.

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in der Automobilindustrie und im Maschinenbau. Gleichzeitig wächst die Bedeutung Chinas als Lieferant wichtiger Vorprodukte, etwa für Batterien oder pharmazeutische Erzeugnisse. Hinzu kommt, dass die Volksrepublik Zukunftsfelder wie Halbleiter, Robotik, Quantentechnologie, Wasserstoff und Biotechnologie gezielt fördert.

Außenhandel insgesamt mit starkem Wachstum

Der chinesische Außenhandel legte im Juni insgesamt deutlich zu. Die Exporte stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 27 Prozent, die Importe um 36 Prozent.

Im Handel mit der Europäischen Union erhöhten sich die chinesischen Exporte um 18,5 Prozent, während die Einfuhren aus der EU um 9,2 Prozent zunahmen. Gegenüber den USA stiegen die chinesischen Exporte um 13,9 Prozent und die Importe um 25,9 Prozent. Besonders kräftig entwickelte sich der Handel mit Russland sowie den ASEAN-Staaten.

Unterschiedliche Einschätzungen

Die chinesische Zollbehörde erwartet eine Fortsetzung der positiven Entwicklung und verweist auf die weltweit steigende Nachfrage nach Produkten für künstliche Intelligenz, Rechenzentren, grüne Technologien und Industrieausrüstung.

Die Deutsche Handelskammer in Nordchina bewertet die Entwicklung dagegen zurückhaltender. Sie sieht in der anhaltenden Exportorientierung Chinas das Risiko, dass sich die Geschäftsaussichten deutscher Unternehmen im China-Geschäft wieder verschlechtern könnten.


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