Vernetzte Medizingeräte bieten enorme Vorteile für die Patientenversorgung – doch sie öffnen auch Türen für Angriffe. Der "White Hat"-Hacker Gerhard Klostermeier von Syss zeigt am 22. September, wie Angreifer denken und warum IT-Security in der Medizintechnik früh in die Entwicklung fließen muss.
Cyberangriffe gehören längst zum Alltag – auch und gerade in der verwundbaren Medizintechnik. Doch was bedeutet das konkret, wenn nicht nur Daten, sondern vielleicht Menschenleben auf dem Spiel stehen? Auf dem Health Electronics Summit 2026 gibt Gerhard Klostermeier, Senior Expert IT Security Consultant und Teamleiter des Embedded Security-Teams bei SySS in Tübingen, Einblicke aus über zehn Jahren praktischer Sicherheitsforschung.
Vernetzte Medizingeräte, smarte Implantate und IoT-gestützte Systeme haben die Patientenversorgung revolutioniert – gleichzeitig aber auch neue Angriffsflächen geschaffen. Können Hacker Insulinpumpen, Herzschrittmacher oder Beatmungsgeräte aus dem Netzwerk oder gar über das Internet kompromittieren? Und welcher Schaden entsteht dann tatsächlich? Diesen Fragen widmet sich Klostermeier in seinem Vortrag – nicht mit dem Fokus auf Normen und Regularien, sondern mit konkreten Praxisbeispielen aus seiner täglichen Arbeit als ethischer Hacker.
Seit 2014 analysiert Klostermeier bei SySS Medizinprodukte auf Schwachstellen. Sein Vortrag beleuchtet zentrale Fragen:
Wie denken Angreifer, und welche Strategien verfolgen sie beim Kompromittieren vernetzter Systeme?
Welche Herausforderungen prägen die IT-Security in der Medizintechnik besonders?
Welche Fallstricke treten in der Praxis immer wieder auf?
Was müssen Hersteller bei Planung, Entwicklung und Betrieb ihrer Produkte beachten?
Dabei geht es nicht um graue Theorie, sondern um reale Erfahrungen aus einer Vielzahl von Sicherheitsanalysen – etwa wenn Angreifer wortwörtlich im Vorbeigehen eine Prothese über deren offene Bluetooth-Schnittstelle manipulieren könnte.
Ein zentrales Anliegen des Vortrags: IT-Security darf kein nachträglicher Haken auf der Compliance-Liste sein, sondern muss von Anfang an mitgedacht werden. Klostermeier zeigt auf, warum sich ein umfassender Sicherheitsansatz – von der Produktplanung bis zum laufenden Betrieb – nicht nur aus regulatorischer, sondern vor allem aus praktischer Sicht auszahlt: Er schützt Patienten, Hersteller und letztlich das Vertrauen in vernetzte Medizintechnik insgesamt.
Der Vortrag von Gerhard Klostermeier findet im Rahmen des Health Electronics Summit 2026 statt und richtet sich an alle, die vernetzte Medizinprodukte entwickeln, betreiben oder deren Sicherheit verantworten. Zum Programm und zur Anmeldung.