Bertrandt: Edge-AI-Applikation als Blaupause für KI in der Medizintechnik
Ursprünglich aus der Automobilindustrie stammend, überträgt der Entwicklungsdienstleister Bertrandt sein Embedded-Know-how seit einigen Jahren auf die Medizintechnik – mit einer eigenen Medical-Sparte von Elektronik- und Softwareentwicklung über Simulation und Testing bis zur regulatorischen MDR-Begleitung. Auf der MedtecLIVE 2026 stand dabei eine funktionsfähige Edge-AI-Demo im Mittelpunkt: Ein IoT-fähiges Kamera-Modul erfasst einen kritischen Prozess direkt am Point of Care, analysiert die Bilddaten lokal per Deep Learning auf dem Edge-Device und meldet Abweichungen in Echtzeit – die klinische Entscheidung fällt am Ort des Geschehens, nicht nachgelagert in der Cloud.
Edge-First mit optionaler Backend-Anbindung
Die Architektur setzt auf Computer Vision und lokale KI-Inferenz, Datenschutz-by-Design durch ausschließlich lokale Verarbeitung klinischer Daten sowie Schnittstellenfähigkeit zu bestehenden Krankenhausinformations- und Dokumentationssystemen. Technologieneutral und skalierbar ist die Lösung auf verschiedene medizintechnische Anwendungsfelder übertragbar – von der bildgestützten Qualitätssicherung in der Fertigung bis zur Prozessüberwachung im OP.
Safety und Security als Entwicklungsprinzip
Requirements Engineering, Softwarearchitektur nach IEC 62304 sowie funktionale Sicherheit nach ISO 26262 und Cybersecurity by Design nach ISO/SAE 21434 sind bei Bertrandt keine nachträglichen Compliance-Maßnahmen, sondern werden von Tag eins in die Systemarchitektur eingebettet – eine Anforderung, die Benannte Stellen bei KI-basierten Medizinprodukten zunehmend explizit einfordern. (uh)