Solectrix: Kleinstes OSM-Modul für Medical Embedded-Systeme
Auf der MedtecLIVE 2026 zeigte der Fürther Embedded-Designspezialist Solectrix – der rund die Hälfte seines Geschäfts in der Medizintechnik macht – ein Highlight, das auf der Embedded World sein Debüt hatte: ein Open Standard Module (OSM) im Size-M-Format auf Basis des NXP i.MX 95 – nach eigenen Angaben das weltweit kleinste einsatzbereite OSM-Modul dieser Prozessorenklasse. Auf gerade einmal 30 × 45 mm vereint es bis zu sechs Prozessorkerne (Cortex-A55, M7, M33), eine NPU mit 8 eTOPS für KI-Inferenz am Edge sowie Schnittstellen wie PCIe Gen3, USB 3.0 und Dual-GbE – lötbar per BGA direkt aufs Carrier Board.
Plattformstrategie für Medizingeräte
Das Modul ist Baustein einer übergeordneten Entwicklungsstrategie: »Medizingerätehersteller haben oft eine Handvoll verschiedene Geräte auf dem Markt, die eine Schnittmenge gleicher Funktionen haben – User Management, Konnektivität, Patientendatenbankanbindung. Die fasst man in eine zentrale Elektronik zusammen, die man für verschiedene Produkte einsetzen kann«, erläutert Benedikt Appold, Leiter des Medical-Bereichs bei Solectrix. Rund die Hälfte der aktuellen Projekte entfalle auf tragbare Point-of-Care-Geräte: optische Teststreifenauswerter mit Kamera, Beleuchtungseinheit und bildauswertender KI, deren Ergebnis per WLAN in die Klinik-IT übertragen wird. Daneben entwickelt Solectrix zunehmend Steuer- und Sicherheitselektronik für chirurgische Robotiksysteme – mit präziser Motoransteuerung, funktionaler Sicherheit nach IEC 62304 und integrierter 2D/3D-Bildgebung zur intraoperativen Positionierung. Vollständige Board Support Packages für Linux und Android liefert das nach ISO 13485 zertifizierte Unternehmen dabei stets regulatorisch zugeschnitten mit. (uh)