Der Industrieverband baut die Regulatory Affairs aus: Seit dem 1. August 2026 ist Maximilian Kunze neuer Referent für Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und digitale Standards. Spectaris vertritt rund 400 mittelständisch geprägte Unternehmen aus Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik.
Maximilian Kunze übernimmt in seiner Position als Spectaris-Referent die Begleitung nationaler und europäischer Gesetzgebungsverfahren mit digitalem Schwerpunkt. Zu seinen Aufgaben zählen das Monitoring regulatorischer Entwicklungen, die Aufbereitung neuer Rechtsvorschriften für die Mitgliedsunternehmen sowie die Erarbeitung von Verbandspositionen zu KI, Cybersicherheit und digitalen Standards. Zudem soll er den Austausch mit politischen Entscheidungsträgern in Berlin und Brüssel mitgestalten.
Die Personalie fällt in eine Phase, in der mehrere EU-Regelwerke fast gleichzeitig greifen. Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des AI Act, parallel dazu tritt am 11. September 2026 eine erste Stufe des Cyber Resilience Act in Kraft. Für Medizintechnik-Unternehmen kommen bestehende Vorgaben aus MDR und IVDR hinzu, die sich zunehmend mit den neuen KI-Regeln überschneiden. Die EU-Kommission hat dazu bereits im Juni 2025 eine FAQ zum Zusammenspiel von MDR, IVDR und AI Act veröffentlicht, um Unklarheiten bei der Doppelregulierung zu adressieren. Parallel entstehen beim DIN neue Normprojekte zum AI Act, darunter EN 18228 für das Risikomanagement und EN 18286 für Qualitätsmanagementsysteme – Regelwerke, die gerade für Hersteller vernetzter Medizinprodukte relevant werden.
Spectaris -Geschäftsführer Jörg Mayer begründet die neu geschaffene Stelle mit der wachsenden Dynamik in den Bereichen KI, Cybersicherheit und digitale Regulierung: Die Mitgliedsunternehmen bräuchten Orientierung in dem skizzierten, zunehmend komplexen europäischen Rechtsrahmen und einen starken Ansprechpartner gegenüber der Politik. Angesichts der parallel greifenden Fristen bei AI Act und Cyber Resilience Act dürfte sich schon in den kommenden Wochen zeigen, wie schnell der Verband auf die neuen Anforderungen reagieren kann.
Vor seinem Wechsel zu Spectaris war Kunze als Political Communications Manager bei der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) und im Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik tätig – ein Hintergrund, der Erfahrung an der Schnittstelle von Technologie, Forschung, Kommunikation und Politik mitbringt. (uh)