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Mobilfunk-Studie

5G entscheidend für das Erreichen von Europas Klimazielen

Studie von Ericsson sagt CO2-Einsparungen durch 5G voraus.
© Ericsson

In seiner neuen Studie »Connectivity and Climate Change« kommt Ericsson zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von 5G in vier emissionsintensiven Sektoren zu einer erheblichen CO2-Einsparung führen könnte. Ein Volumen, das den Emissionen von über 35 Mio. Autos auf den Straßen der EU entspräche.

Die Einführung des 5G-Mobilfunks bis zum Jahr 2030 wird in Europa und Großbritannien eine unmittelbare und beschleunigende Wirkung auf die Reduzierung von CO2e-Emissionen (Kohlenstoffdioxid-Äquivalente) haben, besagt eine neue Studie im Auftrag von Ericsson. Hierfür muss der schnelle Ausbau der digitalen Infrastruktur in Europa vorangetrieben werden.

Während die europäischen Länder ihre Anstrengungen zur Erreichung der Klimaziele verstärken, kommt eine neue europaweite Analyse zu dem Ergebnis, dass die Einführung der 5G-Technik in vier emissionsintensiven Sektoren – Energie, Transport, Fertigung und Gebäude – jährlich 55 bis 170 Mio. t CO2e an Emissionen einsparen könnte. Eine Summe, die sich durch den Wegfall von 35 Mio. Autos erzielen ließe. Das ist eines von sieben Autos auf Europas Straßen.

Sektor Beispiel Reduzierung bis 2030
Energie sensorgesteuerte Verbesserungen bei der Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien bis zu 75 Mt CO2e
Transport verbesserte Lkw-Auslastung bis zu 55 Mt CO2e
Fertigung sensorgesteuerte Effizienzsteigerung in Fabriken bis zu 35 Mt CO2e
Gebäude und Büros flexibles und dezentrales Arbeiten durch 5G bis zu 5 Mt CO2e

 

Weitet man den Blick über 5G hinaus auf den Sektor Konnektivität in Gänze wird die Relevanz noch deutlicher: Die Analyse des europäischen Dekarbonisierungsszenarios legt nahe, dass Konnektivität eine Notwendigkeit für Klimaschutz ist, die für den Zeitraum bis 2030 mit etwa 550 Mio. t CO2e aufwiegt. Zum Vergleich: das entspricht 15 Prozent der Gesamtemissionen der EU im Jahr 2017. Dieses Jahr wurde als Benchmark für die Analyse gewählt.

Börje Ekholm, Präsident und CEO von Ericsson
Börje Ekholm, Präsident und CEO von Ericsson: »Mit der Einführung von 5G bewegt sich Europa derzeit auf eine digitalere, kohlenstoffarme Zukunft zu, während andere Regionen in die gleiche Richtung sprinten.«
© Ericsson

Trotz des Potenzials, das auf dem Spiel steht, zeichnen die neuen Prognosen für die 5G-Einführung aus dem jährlichen Ericsson Mobility Report ein besorgniserregendes Bild für Europa. Ende 2020 waren rund 15 Prozent der Weltbevölkerung mit 5G versorgt. Im Jahr 2027, nur drei Jahre bevor sich die weltweiten Emissionen halbieren müssen, um die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, werden nach neuen Prognosen immer noch nur etwa 75 Prozent der Weltbevölkerung mit 5G ausgestattet sein. Schätzungen zufolge werden Nordamerika und Nordostasien bis zum Jahr 2027 mehr als 95 Prozent ihrer Bevölkerung abdecken. Im Gegensatz dazu wird Europa mit einer Bevölkerungsabdeckung von mehr als 80 Prozent deutlich hinter seinen wirtschaftlichen Konkurrenten zurückbleiben.

Börje Ekholm, Präsident und CEO von Ericsson, sagt: »Die EU und das Vereinigte Königreich haben sich ehrgeizige Ziele zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen gesetzt, die einen Wandel in der gesamten Gesellschaft erfordern. Diese neue Analyse zeigt, dass Konnektivität und insbesondere 5G für das Erreichen dieser Dekarbonisierungsziele von entscheidender Bedeutung sind. Es ist schwer vorstellbar, wie diese Ziele erreicht werden sollen, wenn der Ausbau der digitalen Infrastruktur in Europa nicht so schnell vorangetrieben wird wie in anderen führenden Ländern und Regionen der Welt.«

Studie »Connectivity and Climate Change« von Ericsson
Die Studie »Connectivity and Climate Change« von Ericsson ist 16 Seiten stark und kann von der Ericsson-Website abgerufen werden: www.ericsson.com/en/about-us/sustainability-and-corporate-responsibility/environment/connectivity-and-climate-change.
© Ericsson

»Bei Ericsson betrachten wir Nachhaltigkeit als eine wesentliche Verantwortung, nicht als ein optionales Extra. Wir werden weiterhin stark investieren, nicht nur für unsere Kunden durch energieeffiziente Produkte und Lösungen, sondern auch in unseren eigenen Betrieb, so wie wir es in unserer 5G Smart Factory in den USA getan haben. Sie ist ein großartiges Beispiel für die Emissionseinsparungen, die durch die Einführung der 5G-Fertigung erzielt werden können. Mit der Einführung von 5G bewegt sich Europa derzeit auf eine digitalere, kohlenstoffarme Zukunft zu, während andere Regionen in die gleiche Richtung sprinten. Politische Entscheidungsträger und Regulierungsbehörden müssen hier eine wichtige Rolle spielen, indem sie das wettbewerbsfähige wirtschaftliche, soziale und nachhaltige Potenzial von 5G erkennen und zügig zusammenarbeiten, um praktische, regulatorische und finanzielle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, damit Menschen, Unternehmen, Branchen und Gesellschaften in ganz Europa in den Genuss der Vorteile kommen können.«

Ericsson selbst hat stark in energieeffiziente Forschung und Entwicklung sowie in die Entwicklung von Produkten und Lösungen investiert, um den Kunden die nachhaltigsten Alternativen für ihre Netzmodernisierungsstrategien zu bieten.  Der 5G-Smart-Factory-Fertigungskomplex von Ericsson in Lewisville, Texas, USA, wurde unter Berücksichtigung von Best Practices für eine durchgängige ökologische Nachhaltigkeit gebaut. Ericssons eigene energieeffiziente 5G-Technik ist an diesem Standort in Betrieb.

Die Fabrik wurde so konzipiert, dass sie 24 Prozent weniger Energie, 75 Prozent weniger Wasser in Innenräumen benötigt und 97 Prozent der betrieblichen CO2-Emissionen reduziert, als vergleichbare Gebäude.


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