Schwerpunkte

Gründungsförderung an Hochschulen

München, Aalen und Leipzig fördern am besten

11. März 2021, 09:59 Uhr   |  Iris Stroh

München, Aalen und Leipzig fördern am besten
© Stifterverband

Der Gründungsradar untersucht zum fünften Mal, welche Anstrengungen die Hochschulen für eine Stärkung der Gründungskultur unternehmen, und vergleicht diese.

Die besten Chancen, mit einer Geschäftsidee eine eigene Firma zu gründen, haben Studierende in München, Aalen oder Leipzig. Das zeigt der aktuelle Gründungsradar des Stifterverbandes, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Vom Hörsaal in die eigene Firma - durch ein exzellentes Gründungsklima in den Hochschulen schaffen es immer mehr Studierende und Absolventen ihr Wissen aus der Hochschule in die Gesellschaft und in die eigene Firma zu tragen. Nach dem aktuellen Gründungsradar gehören folgende Hochschulen – je nach Größe – zu den Spitzenreitern:

  • Technische Universität München (große Hochschulen mit mehr als 15.000 Studierenden)
  • Hochschule Aalen (mittlere Hochschulen mit 5.000 bis 15.000 Studierenden)
  • HHL Leipzig Graduate School of Management (kleine Hochschulen mit weniger als 5.000 Studierenden)

An diesen drei Hochschulen gibt es eine optimale Gründungsvorbereitung: Sie sensibilisieren ihre Studierenden für das Thema Unternehmensgründung hervorragend und qualifizieren sie mit entsprechenden Lehrangeboten und Veranstaltungen. Studierende mit entsprechenden Vorhaben unterstützen sie mit umfangreichen Maßnahmen und Beratungsangeboten während des gesamten Grünungsprozesses. Neben den drei genannten Hochschulen gibt es weitere Hochschulen in den sehr dichten Spitzengruppen mit ähnlich herausragender Gründungsförderung.

Insgesamt hat sich die Gründungsförderung an Hochschulen in der Breite etabliert und in ihren Formaten, Aktivitäten und Schwerpunkten weiterentwickelt. Methodik und Schwerpunkte des Gründungsradars wurden entsprechend angepasst. Erstmals wurden Themen wie Internationalisierung, die Zusammenarbeit in Netzwerken und Aspekte der Diversität in der Gründungsförderung in den Blick genommen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Das Gründungsklima an den Hochschulen hat sich weiter verbessert. Der Großteil der Hochschulen (85 Prozent) hat die Thematik in seiner strategischen Zielvereinbarung verankert. Nahezu alle Hochschulen (90 Prozent) sind Mitglied in einem institutionalisierten Netzwerk und sehen im Austausch und in der gegenseitigen Unterstützung einen enormen Gewinn. Bei den meisten spielt auch das Thema Internationalisierung eine große Rolle.

„Der Gründungsradar 2020 zeigt: Gründungsförderung hat sich an vielen Hochschulen als strategisches Ziel etabliert und ist inzwischen fester Bestandteil der Third Mission“, sagt Thomas Bareiß, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie. „Das ist großartig, wenn man sich die Entwicklung seit dem ersten Gründungsradar 2012 anschaut. Durch die Förderungen von EXIST-Potentialen setzen wir noch einmal enorme Impulse, um die Strukturen der Gründungsförderung an unseren Hochschulen strukturell und flächendeckend zu verbessern. Gerade die Gründungen aus dem wissenschaftlichen Umfeld bringen die Erneuerungen hervor, die wir in Deutschland benötigen, um die großen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen zu können!“

Vor der Corona-Pandemie mündeten die Gründungsaktivitäten der Hochschulen in eine dynamische Gründungskultur. Das zeigen die Zahlen der Gründungen aus Hochschulen heraus – sie sind seit 2017 um 22 Prozent auf 2.176 gestiegen. Im Jahr 2017 waren es 1.776 neugegründete Unternehmen. »Das ist eine tolle Entwicklung, dennoch gibt es große Herausforderungen für die Zukunft«, sagt Andrea Frank, Aktionsfeldleiterin Wissenschaft des Stifterverbandes. »Wir brauchen mehr Frauen unter den Gründungspersönlichkeiten. Und wir brauchen langfristige Finanzierungsmodelle, um gründungsbezogene Expertise an den Hochschulen aufzubauen und zu halten.« 

In einer nachhaltigen Finanzierung durch Bund und Land sehen die Hochschulen die Chance, ihre Gründungsaktivitäten weiterzuentwickeln. Noch werden drei von vier Euro, die für Gründungsförderung ausgegeben werden, über Drittmittel finanziert. Das aufgebaute Wissen des Gründungspersonal kann somit nicht nachhaltig eingesetzt werden. Eine bessere Planbarkeit durch unbefristetes Gründungspersonal sowie die Vereinfachung finanzieller Antragsverfahren wären künftige Erfolgsfaktoren.

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