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CadSoft: Wie es weitergehen soll

02. Oktober 2009, 16:13 Uhr   |  Alfred Goldbacher

CadSoft: Wie es weitergehen soll

Nach der Übernahme der PCB-Designtool-Schmiede CadSoft durch den Distributor Premier Farnell, stellt sich vielen Kunden die Frage, wie es jetzt weitergeht.

Das in Zentraleuropa und USA mit rund vierzigtausend Softwarelizenzen sehr erfolgreiche Softwarehaus für Leiterplattenentwurfs-Werkzeuge hat sich rund 20 Jahre lang gegen alle großen und kleinen EDA-Softwarehäuser behaupten können und wird in Bezug auf verkaufte Lizenzen wohl das erfolgreichste PCB-Softwareunternehmen im deutschsprachigen Raum sein.

Die beiden Gründer Rudolf Hofer und Klaus Schmidinger haben sich bei ihren Nachfolge-Planungen nun explizit für eine Lösung entschieden, die sicherstellt, dass der Käufer des Unternehmens die bestehende Entwurfsumgebung weiterentwickeln wird. Ebenso wichtig war beiden, dass die bestehende Kundenbasis mit demselben Engagement weiter betreut wird, das die Kunden bisher gewohnt waren.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei Klaus Schmidinger, der als »Programmierzentrale« weiterhin im Team für Kontinuität sorgen wird. Bis Ende 2011 jedenfalls wird er federführend die künftigen Programm-Releases vorantreiben und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Anpassungswünsche des künftigen Arbeitgebers mit berücksichtigt werden.

Klaus Schmidinger ist sogar überzeugt, dass ihm der neue Arbeitgeber für die anstehenden Programmarbeiten zusätzliche Programmierer zur Seite stellen wird. Auch an der nächsten bedeutenden Programmversion »Release 6« wird gegenwärtig schon eifrig gearbeitet; allerdings kann Schmidinger noch nicht bindend zusagen, wann genau diese Programmversion verfügbar sein wird.

Der neue Arbeitgeber hat sicherlich großes Interesse daran, dass die künftigen Programm-Releases Funktionen haben werden, die nicht nur eine komplette Stückliste der benötigten Bauteile für das jeweilige Design zusammenstellen, sondern auf Knopfdruck auch genaue Bestellnummern mit aufführen, mit denen der Programmnutzer dann die erforderlichen Bauteile auch gleich bei Farnell ordern kann.

Eine logistische Verzahnung mit dem Bauteile-Portfolio des Distributors hätte zumindest den Vorteil, dass der Anwender der Eagle-Design-Umgebung sofort feststellen kann, welche Bauteile er bei Farnell bestellen kann und welche er sich über weitere Bezugsquellen besorgen muss. Es darf also damit gerechnet werden, dass die bestehenden Bauteile-Bibliotheken in den kommenden Monaten dahingehend erweitert werden.

Parallel dazu haben die Verantwortlichen von Premier Farnell ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die bisherige Preispolitik von CadSoft keineswegs abgeändert wird. Die Preise für die Lizenzen sollen nicht verteuert werden, und bisherigen Ansprechpartner beim Support sollen auch künftig die Zusammenarbeit mit den Kunden gewährleisten.

Farnell betont darüber hinaus, dass sie die CadSoft-Designumgebung Eagle deswegen gekauft haben, weil sie neben Bauelementen und Werkzeugen künftig auch Programmwerkzeuge von Drittanbietern als weiteres Standbein vermarkten wollen. Im Rahmen dieser Diversifizierung habe man vor Monaten bereits mit CadSoft einen Distributionsvertrag geschlossen, der die Vermarktung von Eagle über alle internationalen Niederlassungen des Premier-Farnell-Netzwerks zum Inhalt hat. Weitere Verträge mit Anbietern von Programmwerkzeugen sollen in den kommenden Monaten und Jahren das bestehende Portfolio an Tools erweitern.

Alle diese Werkzeuge sind und werden in eine von Farnell ausgesetzte Online-Plattform namens Element 14 eingeklinkt und sollen die Entwickler bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen; zum teil als Online-Werkzeuge und zum Teil als kostengünstige Nutzungslizenzen. Zu letzterem gehören künftig auch die Eagle-Entwurfswerkzeuge aus dem Hause CadSoft. Die Plattform selbst soll von den Entwicklern auch als Forum genutzt werden können, wobei »Field Application Engineers« dann auch konkrete Problemstellungen beantworten.

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