Auf die Elektronikbranche kommen einige Umbrüche zu, denn politische Verwerfungen und technologische Goldräusche mischen das gewohnte Geschäft auf. TQ will als innovativer Technologiedienstleister seine Kunden durch diese widrigen Zeiten begleiten und dabei gemeinsam zum Erfolg führen.
»Nichts ist so beständig wie der Wandel« wusste schon Heraklit von Ephesus im antiken Griechenland. Die Elektronikbranche begrüßt eigentlich Veränderungen, solange es technologische Fortschritte sind, also »kleiner, schneller, sparsamer«. An periodisch auftretende Preis- und Verfügbarkeitsschwankungen hat sich die Branche auch gewöhnt – business as usual. Was aber in jüngster Zeit auf die Branche hereinbricht, hat eine neue Qualität, die ein Überdenken der eigenen Unternehmensstrategie notwendig machen kann.
Sieben Marktentwicklungen beeinflussen erheblich das Elektronikgeschäft - mit den richtigen Strategien und Partnerschaften lassen sie sich meistern.
Für die TQ-Group ist die Chance des Wandels Bestandteil der Unternehmens-DNA. Seit der Gründung 1994 als Zweimannbetrieb hat sich das Unternehmen zu einem breit aufgestellten Technologieanbieter entwickelt, der heutzutage unter anderem E²MS, Embedded-Module, Antriebssysteme, Robotiklösungen und diverse Dienstleistungen kombiniert. Kunden können damit in praktisch allen Phasen ihrer Projekte unterstützt werden und so schneller den Trends folgen und souveräner den Herausforderungen begegnen – und das auch für die anspruchsvollsten Märkte wie Aviation und Medical. Die sieben Top-Herausforderungen sollen dies veranschaulichen:
Der Rückfall in den Protektionismus mittels Zöllen und anderer Maßnahmen ist ein aktuelles Beispiel für die Abschottung von Märkten. Daher gewinnt die regionale Produktion wieder stark an Bedeutung, um Lieferkettenrisiken und volatile Märkte zu umgehen. TQ ist mit 15 Standorten in Deutschland, Slowenien, China und den USA flexibel aufgestellt und kann so geopolitische Widrigkeiten auf ein Minimum reduzieren und seinen Kunden den Zugang zu ihren lokalen Märkten vereinfachen.
Made in Germany hat für TQ weiterhin einen sehr hohen Stellenwert, denn Kundennähe ist nicht nur in der Fertigung, sondern auch in der Entwicklung zentral. Die wesentlichen Fertigungskosten werden bereits in der Entwicklung festgelegt. Darum hat TQ von Anfang an Entwicklungs- und Produktionsdienstleistungen kombiniert. Diese Verzahnung ist der Kern des E²MS-Ansatzes auf Basis des TQ-Lösungsbaukastens (Hardware, Software, Mechanik). Zudem ist für Branchen wie Medizintechnik, Luftfahrt oder Sicherheits- und Verteidigungstechnik der Standort ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Gerade in Zeiten fragiler Lieferketten steigt die Nachfrage nach verlässlichen und datensicheren Partnern. Die Kunden können sich darauf verlassen, dass sensible Daten wirklich in Deutschland bleiben und nicht indirekt über Investoren ins Ausland abfließen. Dies gilt auch für das firmeneigene, akkreditierte Product-Compliance-Center, das Tests und Messungen für internationale Produktzertifizierungen durchführt.
KI ist längst in der Elektronikfertigung etabliert, etwa in der Feinplanung von SMD-Linien. TQ ist überzeugt, dass KI die Fachkräfte nicht ersetzen wird, sondern den Mitarbeitenden Freiräume schafft, sich um komplexe Aufgaben zu kümmern. Dieser Trend setzt sich definitiv fort. Ob in der Fertigung oder in administrativen Bereichen – KI wird auch in Zukunft Prozesse noch effizienter und stärker automatisiert gestalten.
Embedded-Module sind die Herzstücke smarter Lösungen und müssen zum Projekt, zur Firmenstrategie und zum Produktionsumfeld passen.
Allerdings schädigt aktuell die allgemeine KI-Begeisterung die globalen Lieferketten: Etliche Halbleiterhersteller fokussieren ihre Fertigungskapazitäten und ihre Produktpalette, um am Margen-starken KI-Markt zu verdienen – aktuell bekanntestes Beispiel sind DRAMs, die schwer verfügbar und wesentlich teurer sind, weil die Halbleiterhersteller bevorzugt KI-Rechenzentren beliefern wollen. Dies treibt die Preise für andere Elektronikmärkte wie Unterhaltungselektronik und Embedded-Systeme in die Höhe.
Zeitgleich hält KI immer stärker Einzug in die Embedded-Baugruppen mittels integrierter Beschleuniger. Das Leistungsspektrum variiert dabei sehr stark, von einfacher Inferenz bis hin zum Trainieren von Modellen ist vieles möglich. Damit können Kunden bedarfsgerecht die geeignetste Baugruppe wählen.
TQ hat aktuell rund 70 Baugruppen, d.h. Löt- und Steckmodule sowie Single-Board-Computer und Box-PCs im Portfolio. Sie beruhen auf Arm- und x86-Architekturen, und zwar sowohl auf Basis von Standards als auch proprietär. Die Erfahrungen mit diesem Sortiment lehren eines für die Zukunft: »One size fits all« ist eine Illusion im Embedded-Geschäft. Die Realität ist, dass jeder Kunde für seine Applikation eine andere Ausgangsbasis und Strategie sowie ein anderes Produktionsumfeld hat. Als Anbieter von Embedded-Systemen muss man darauf eingehen und die passende Halbleitertechnik mit dem bestmöglichen Format den Kunden zur Verfügung stellen.
Dafür bedarf es enger Partnerschaften mit den Halbleiterfirmen (Intel, NXP, Texas Instruments, Renesas), um frühzeitig über die kommenden Entwicklungen und Trends informiert zu sein und ein praxisorientiertes Feedback zu geben – denn der Markterfolg wird heutzutage vor allem durch Geschwindigkeit entschieden. Modulare Embedded-Lösungen verkürzen die Entwicklungszeiten der Kunden, erhöhen die langfristige Verfügbarkeit und vereinfachen die Beschaffung. Dies ermöglicht auch, schneller auf Marktveränderungen zu reagieren, und das nicht nur bei der Produkt-Performance, sondern auch bei Verwerfungen durch die internationale Politik.
Die aktuellen Bauteileverknappungen binden Ressourcen im Einkauf, steigern die Preise und verlängern die Lieferfristen. Bezogenen auf lange Produktlebenszyklen lässt sich die momentane Situation als temporär ansehen. Allerdings sind Langzeitprojekte von Bauteileabkündigungen betroffen, die möglichst frühzeitig zu berücksichtigen sind, um kostspielige Überraschungen zu vermeiden. Daher werden im Zuge des Obsolescence Management (OM) Konzepte zur Langzeitversorgung mit elektronischen Baugruppen umgesetzt.
Die Beschaffung von Bauteilen wird wieder schwieriger und sollte daher bei der Bauteileauswahl schon in der Entwicklungsphase mitberücksichtigt werden.
Ob für die eigene Produktpalette oder als Dienstleistung: Die von TQ entwickelte OM-Strategie bietet optimalen Schutz vor obsoleten (»nicht mehr gebräuchlichen«) Bauteilen, aufwändigen Redesigns, unsicheren Quellen und kostenintensiver Broker-Ware.
Ein Obsolescence-Management-Plan (OMP) definiert die anzuwendenden Aktivitäten zur Minderung der Auswirkungen von Obsoleszenz in allen Phasen des Produktlebenszyklus. Eine zeitliche Einordnung der Aktivitäten sowie eine Meilensteinplanung sind im OMP inbegriffen.
Folglich ermöglicht der OMP auch eine Bestimmung der Kosten zur Aufrechterhaltung der Verfügbarkeit von Baugruppen bzw. Systemen über den vordefinierten Zeitraum. Dies unterstützt auch eine Optimierung der Verkaufspreise der entsprechenden Produkte. Der OMP besteht nicht nur in einer einmaligen Erstellung, sondern erfordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung an sich verändernde Rahmenbedingungen.
Das Bedürfnis nach Sicherheit äußert sich aktuell in vielen Branchen. Nicht zuletzt neue Regularien wie der Cyber Resilience Act (CRA) und die Radio Equipment Directive (RED) stellen hohe Anforderungen an die Cybersecurity und erfordern vorausschauende Entwicklung und Dokumentation – besonders in Bereichen wie Medizintechnik, Luftfahrt und Defense. TQ verfügt in diesen sicherheitskritischen Fokus-Branchen bereits über Erfahrung und relevante Zertifizierungen. Dies umfasst auch die Absicherung der Embedded-Baugruppen als Grundlage für die Kundenprodukte.
TQ beliefert seit vielen Jahren sicherheitsrelevante Branchen. Dort stehen Prozesssicherheit, lückenlose Dokumentation und klar strukturierte Traceability-Systeme im Vordergrund. Die TQ-Kunden legen großen Wert auf zertifizierte Prozesse und zuverlässige Dokumentation über jeden Schritt hinweg.
Robotik ist kein neues Thema. So wurde »Unimate« Anfang der 1960er Jahre im Ford-Werk in den USA als erster Industrieroboter eingeführt, um gefährliche Arbeiten wie die Handhabung heißer Druckgussteile zu übernehmen. Allerdings rollt jetzt mit den Humanoiden die größte Robotikwelle, die es jemals gegeben hat. So sind Humanoide zwar schon verfügbar, doch die Implementierung von Software für ihren effizienten Einsatz bleibt komplex. Der Maßstab bei der Entwicklung neuer Humanoide – ob für die Industrie, den Gesundheitssektor oder sonstige Einsatzfelder – wird auch in Zukunft der menschliche Körper sein, weil unsere Welt auf den Menschen in seiner physischen Erscheinung ausgelegt ist.
Die Optimierung der Drives ist ein Schlüssel für künftige Robotikentwicklungen.
TQ unterstützt die Kunden bei ihren Robotikentwicklungen mit E²MS-Dienstleistungen, Embedded-Modulen und Motoren: Mechatronische Achsantriebe in der Robotik verlangen nach viel Drehmoment und Präzision bei gleichzeitig minimalem Gewicht und Bauraum mit kleinstmöglicher Verlustleistung. TQ kann bei allen Kriterien punkten und ist erste Wahl für anspruchsvolle Anwendungen in der kollaborativen Robotik und Industrierobotik sowie bei Humanoid- und Service-Robotern.
Technologie ist wichtig, aber auch die Haltung zählt: Mehr Optimismus und weniger Schwarzmalerei sind entscheidend, um Chancen zu erkennen und Innovationen voranzutreiben. TQ investiert weiter in Elektronikentwicklung und -fertigung in Deutschland. Ebenso bleibt das Unternehmen seinem Credo »Technologie in Qualität«, das seit drei Jahrzehnten als Richtschnur dient, auch in Zukunft treu.
Manne Kreuzer, Technischer Redakteur Technik-Support/Produkt-Marketing von TQ-Embedded