EMS: Statements zur Liefersituation

9. März 2022, 8 Bilder
Aschenbrenner_Markus
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Markus Aschenbrenner, Mitglied des Vorstands von Zollner Elektronik:

Wir haben aktuell hohe Auftragseingänge, die nach wie vor steigen, und eine angespannte Situation in der Produktionsversorgung durch Störungen aufgrund verspäteter Materialanlieferungen. Dies führt zu häufigen, nicht geplanten Produktionsanpassungen und Umrüstungen. Damit steigen die Aufwände in der Produktion zum Teil erheblich an. Wir versuchen, die Produktion so flexibel wie möglich zu gestalten und an die Materialverfügbarkeit anzupassen. Bisher ist uns dies gut gelungen; allerdings rechnen wir damit, dass sich die Lage noch weiter verschärfen wird. Wir sehen im ersten Quartal 2022 nur die Spitze des Eisberges in Bezug auf die Versorgung mit elektronischen Bauteilen (Schwerpunkt Halbleiter). Auch im zweiten Quartal werden wir den Bedarf nicht decken können. Wir erwarten sehr große Versorgungsprobleme, welche kritischer als im Vorjahr sind.

Neben der angespannten Materialsituation erschwert die Corona-Variante Omikron zusätzlich die Kapazitätslage. Zudem wird auch der Fachkräftemangel das Wachstum der Elektronikindustrie beeinflussen, nicht nur in Europa, sondern auch weltweit.


Die kurzfristigen fortlaufenden Preiserhöhungen – teilweise schon die dritte Erhöhungswelle bei vielen Bauteileherstellern – mit Backlog-Anpassungen erzeugen einen hohen Mehraufwand. Zusätzlich erschweren NCNCs (Non-Canceable, Non-Changeable) und lange Frozen Zones die Bestellabwicklungen. Auf der anderen Seite ist allerdings sicher, dass die Nachfrage nach Elektronik weiter steigen wird, und wir merken, dass die Kunden sogar bereit sind, dafür ihre Preisstrategie zu überdenken. In enger Zusammenarbeit und offenem Dialog mit unseren Kunden suchen wir nach partnerschaftlichen Lösungen in Bezug auf die Preiserhöhungen.