Mithilfe verbesserter Zustandsanzeigen Hochschule Karlsruhe gewinnt Formula Student

Zieleinlauf in Barcelona: Hochschule Karlsruhe gewinnt Formula Student Spanien.
Zieleinlauf in Barcelona: Hochschule Karlsruhe gewinnt Formula Student Spanien.

Die Formula Student – ein Wettbewerb, bei dem sich Studententeams aus aller Welt mit ihren selbst gebauten Boliden messen. Auch ein Team der Hochschule Karlsruhe nimmt seit 13 Jahren daran teil. Zum ersten Mal stehen sie ganz oben auf dem Treppchen.

Die Formula Student ist ein Konstruktionswettbewerb für kompakte, kleine Rennautos, bei der Teams aus unterschiedlichen Hochschulen und Universitäten gegeneinander antreten. In unterschiedlichen Ländern und Strecken werden dabei Punkte in diversen Kategorien vergeben. Es geht nicht alleine um Geschwindigkeit, auch die Beschleunigungs- und Bremsleistung sowie Konstruktion, Gewicht und Produktionskosten fließen in die Wertung ein. Am Ende gewinnt das Team, welches in Summe die meisten Punkte erzielt hat.

Sieg nach anfänglichen Problemen

Vor zwei Wochen in Hockenheim kämpfte das Team »High Speed Karlsruhe« der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft noch mit technischen Problemen. Sie legten zwar den besten Kostenplan vor, beim 22 km langen Hauptrennen verhinderten Probleme mit der Airbox jedoch ein gutes Ergebnis. Die Airbox dient der Beruhigung der Ansaugluft bei einem Verbrennungsmotor. Doch die Studenten der Karlsruher Hochschule konnten die Schwierigkeiten bis zum nächsten Rennen in Spanien lösen.

In einem spannenden Finale am Formel 1-Kurs »Circuit de Barcelona-Catalunya« in Spanien gewann das Team aus Karlsruhe knapp vor der Universität aus Valencia. Wertvolle Punkte sicherten sie sich mit dem 1. Platz beim Hauptrennen. Aber auch bei der »Efficiency«, also dem Spritverbrauch, punkteten sie mit dem 2. Platz. Außerdem holte das Team wichtige Punkte bei der Querbeschleunigung. In Summe erreichten sie 863,4 von 1.000 Punkten und setzten sich somit knapp vor den Studenten aus Valencia durch, die 860,3 Punkte erzielten.

Verbesserungen führen zum Erfolg

Für die neue Saison konnten die Studenten ihr Fahrzeug in einigen Punkten verbessern. So wurde das Fahrwerk mit neuen Feder-Dämpferelementen ausgestattet und die Stoßdämpferaufnahmen an der Karosserie geändert. Über rechnerbasierte Simulationen wurden die Strömungsverhältnisse angepasst. Auch die Motorleistung konnte gesteigert werden – mithilfe eines neuen Treibstoffs, E85 statt Superbenzin. Getestet wurde das Ganze auf einem eigens entwickelten Prüfstand an der Hochschule.

Das »Dash Panel«, also die elektronischen Steuerelemente im Lenkrad, wurden um einige Funktionen erweitert. So wird dem Fahrer etwa die Temperatur der einzelnen Reifen oder eine Blockierwarnung für die Räder angezeigt. Zusätzlich abrufbare Informationen über alle Zustände des Rennwagens sind vor allem in den Testphasen hilfreich, da die Daten nicht mehr über einen PC auszulesen sind. Wie in jedem modernen Entwicklung- und Produktionsprozess wurde das komplette Fahrzeug mithilfe von CAD-Systemen als Modell im Rechner erzeugt. So entstanden nicht nur die benötigten Fertigungsdaten, sondern auch das Simulieren und Berechnen der verschiedenen Bauteile und Funktionen wurde ermöglicht. Im Anschluss wurden die Bauteile individuell hergestellt und getestet.