Neue Elektrogießharze

Wärmeleitfähigkeit von bis zu 3 W/m*K

13. November 2013, 11:16 Uhr | Corinne Schindlbeck
Elektrogießharz
Stefanie Lauer und ihr Geschäftsführerkollege Andreas Hartwig. Ihre Elektrogießharze auf Basis von Polyurethan bieten eine bislang am Markt unerreichte Wärmeleitfähigkeit von bis zu 3 W/m*K.
© Cobaltec

Das Jungunternehmen Copaltec aus Stuttgart entwickelt Elektrogießharze auf Basis von Polyurethan mit einer hohen Wärmeleitfähigkeit von bis zu 3 W/m*K.

Die Gründer der Copaltec GmbH wurden bei ihrer Forschungsarbeit im Jahr 2012 durch das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Stipendium EXIST unterstützt. Seit 2013 werden sie im Programm Junge Innovatoren vom Land Baden-Württemberg gefördert.

Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und Fertigung von hochtechnologischen Elektrogießharzen mit einer bislang unerreichten Wärmeleitfähigkeit von bis zu 3 W/m*K (bei einem Temperatureinsatzbereich von -40 bis 130 Grad C) spezialisiert. Das Gießharz kann maschinell oder auch per Hand verarbeitet werden, je nach Anforderung und Menge. Es umschließt die Hitzequelle in den Bauteilen, härtet aus und führt die entstehende Wärme direkt ab.

»Den hohen Wert von 3 W/m*K erreicht man normalerweise nur mit den viel teureren Wärmeleitpasten«, sagt die Geschäftsführende Gesellschafterin Stefanie Lauer. Sowohl der Härtegrad als auch die Zusammensetzung des Harzes kann je nach Anwendungsfall verändert werden. Auch ein Weichbleiben ist möglich, »in einem Fall wollte der Kunde das Harz wieder entfernen können.«, erklärt Geschäftsführerkollege Andreas Hartwig.

Das fließfähige und wärmeleitende Gießharz aus Polyurethan wird auf der Basis von zwei Komponenten hergestellt, Harz und einem Härter. Aufgebracht oder komplett umspritzt, leitet der Kunststoff Wärme von elektronischen Bauteilen ab, schützt vor elektrischen Durchschlägen und Feuchtigkeit und Chemikalien. Der Einsatzbereich erstreckt sich über die gesamte Elektronik und liegt im Bereich von -50 bis 160 Grad C.

„Aber auch einen Anwendungsfall von dauerhaften 220 Grad C haben wir schon gehabt“, sagt Hartwig.

Im Idealfall erfolgt das Wärmemanagement bereits beim Design des Bauteils, doch nicht selten stellt sich am Ende heraus, dass die Wärmeentwicklung höher ist als erwartet. Dann kann man das Elektrogießharz auch nachträglich noch einsetzen.

„Das ist sogar eher die Regel«, erklärt Hartwig, „das Gießharz ist immer die Lette letzte Komponente in der Entwicklungskette. So konnten wir bei einem Kunden das Bauteil von 150 Grad C auf 80 Grad C entwärmen. Das hat nicht nur die Leistungsfähigkeit des Bauteils gesteigert, sondern auch entscheidend dessen Lebensdauer“. Die Copaltec GmbH fertigt ab einer Mindestmenge von 5 Kilo, Neuentwicklungen sind ab 100 Kilo möglich.

Copaltec auf der productronica 2013: Halle B2, Stand 181/3



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