Das Ecosystem für Single Pair Ethernet (SPE) wächst rasant: neue IEEE Standards, robuste Komponenten, ein einheitliches Steckgesicht für die Fabrikautomatisierung. Die Technologie wird damit zum entscheidenden Baustein für durchgängige industrielle IP Kommunikation.
SPE setzt genau dort an, wo klassische Ethernet-Varianten an ihre Grenzen stoßen – im Feld, an Sensoren und Aktoren sowie in langen Leitungswegen. Mit nur einem einzigen, kupferbasierten Adernpaar überträgt SPE Daten effizient und über große Distanzen. Dies verringert Kosten und Bauraum und eröffnet zugleich neue Einsatzmöglichkeiten. Die Technologie deckt Bandbreiten von 10 Mbit/s auf bis zu 1000 m Reichweite bis hin zu 25 Gbit/s auf 11 m ab. Damit eignet sich SPE von der Sensorik bis hin zu anspruchsvollen Anwendungen in der Fabrik- und Prozessautomatisierung (Bild 1).
Die IEEE 802.3 bildet die normative Basis. Neben bestehenden Standards entstehen aktuell zwei neue Varianten mit besonderer Relevanz für industrielle Anwendungen: die Standards 10BASE-T1M (Arbeitsgruppe DA) und 100BASE-T1L (Arbeitsgruppe DG), deren Veröffentlichung zeitnah geplant ist (Bild 2).
Der 10BASE-T1M-Standard ist die Erweiterung des bereits veröffentlichten Multidrop-Standards 10BASE-T1S (CG). Er soll neben einer erhöhten Reichweite und Anzahl an Kommunikationsteilnehmern (Knoten) auch eine geteilte Leitungsübertragung (MPoE, Multi Power over Ethernet) ermöglichen. Mit dem neuen Punkt-zu-Punkt-Standard 100BASE-T1L (DG) erhöht sich die Reichweite der 100-Mbit/s-SPE-Datenübertragung auf 500 m (vorher 40 m), wodurch die 100 m des klassischen Fast Ethernet künftig auch mit SPE abgedeckt werden können.
Trotz großer Fortschritte betrifft die Markteinführung von SPE mehrere Aufgabenfelder:
Trotz dieser Herausforderungen bietet SPE erhebliche Vorteile und Potenziale für die industrielle Kommunikation. Mit kontinuierlichen Fortschritten bei der Normung, der Entwicklung robuster Komponenten und der Schulung von Fachkräften lassen sich diese Herausforderungen überwinden, um die Vorteile von SPE voll auszuschöpfen (Bild 2).
Ein einheitliches Steckgesicht für SPE ist von großer Bedeutung für die Fabrikautomatisierung. Es ermöglicht eine einfache und flexible Verbindung von Geräten und Systemen. Phoenix Contact spielt eine führende Rolle bei der Entwicklung und Förderung eines solchen Standards. Durch die enge Zusammenarbeit mit anderen Industriepartnern, Nutzerorganisationen und Normungsgremien ließ sich bereits ein großer Fortschritt erzielen. Der aktuelle Stand zeigt, dass eine breite Einigung auf ein einheitliches Steckgesicht in greifbarer Nähe ist. Die Norm IEC 63171-7, die in der zweiten Edition bereits in Arbeit ist und von Phoenix Contact maßgeblich mitentwickelt wird, definiert die mechanischen Anforderungen an SPE-Steckverbinder und bildet somit die Grundlage für ein einheitliches Steckgesicht. Die Norm stellt sicher, dass SPE-Steckverbinder eine hohe mechanische Stabilität und Zuverlässigkeit bieten und zugleich eine einfache Handhabung ermöglichen. Zahlreiche Hersteller haben bereits angekündigt, bald erste Geräte zertifizieren zu wollen.
SPE wird eine zentrale Rolle in der Vernetzung von Maschinen, Sensoren und Aktoren in intelligenten Fabriken spielen. Die Fähigkeit, Daten über lange Strecken und mit hoher Zuverlässigkeit zu übertragen, macht SPE ideal für die Fabrikautomatisierung. Neben Fabrikautomatisierung und Automotive spielt SPE seine Stärken auch in vielen weiteren Branchen aus.
SPE schließt die letzte Lücke in der durchgängigen IP Kommunikation vom Sensor bis in die Cloud. Die Fortschritte bei der Normung, das umfangreiche Portfolio von Phoenix Contact und die Einigung auf ein einheitliches Steckgesicht sind entscheidende Schritte auf dem Weg zu einer breiten Implementierung der Technologie. Phoenix Contact wird weiterhin eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung und Standardisierung von SPE spielen, um dessen Vorteile voll auszuschöpfen. Die Norm IEC 63171-7, welche die mechanischen Anforderungen an SPE-Steckverbinder definiert, bildet die Grundlage für ein einheitliches Steckgesicht und stellt sicher, dass SPE-Steckverbinder eine hohe mechanische Stabilität und Zuverlässigkeit bieten. Mit einem umfassenden Portfolio an SPE-Produkten und einer führenden Rolle bei der Normung ist Phoenix Contact darauf vorbereitet, die Vorteile von SPE in die industrielle Kommunikation zu bringen.
Zusätzliche Informationen sind unter www.phoenixcontact.com/spe zu finden.
Verena Neuhaus ist Produktmanagerin Datensteckverbinder, Tim Kindermann ist Senior Specialist Single Pair Ethernet, beide bei der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg.
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Die SPE System Alliance: SPE in die Anwendung bringen |
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| Phoenix Contact engagiert sich als Gründungsmitglied in der SPE System Alliance, einem Zusammenschluss von Unternehmen, die gemeinsam die SPE-Technologie vorantreiben. Durch die Zusammenarbeit in der SPE System Alliance trägt Phoenix Contact maßgeblich zur Entwicklung und Standardisierung der Technologie bei. Als Ziel nennt das Unternehmen, die industrielle Kommunikation zu revolutionieren und neue Maßstäbe in der Vernetzung von Geräten und Systemen zu setzen. |