Für komplexe Arbeitswelten

Conrad gestaltet Makerspace der Zukunft

3. August 2026, 15:00 Uhr | Karin Zühlke
Inspirierender Space nicht nur für Startups: die ST3AM Arbeitswelten im Technologiepark Adlershof
Inspirierender Space nicht nur für Startups: die ST3AM Arbeitswelten im Technologiepark Adlershof
© Wista Management/berlin-eventfotograf.de

Neben der klassischen B2B-Beschaffung über die Conrad Sourcing Platform steht Conrad seinen Geschäftskunden als Full-Service-Partner für komplexe Projekte zur Seite, wie ein aktuelles Beispiel aus dem Berliner Technologiepark Adlershof beweist.

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»Echt jetzt? Conrad verkauft nicht einfach nur Technik und Elektronik, sondern begleitet Projekte als Full-Service-Partner? Das ist mir neu!« – Diese Reaktion erlebt Dr. Jan Gerrit Lonnemann, Head of Project Business bei Conrad, regelmäßig. Dann sind konkrete Beispiele gefragt. Beispiele wie der neue Makerspace in den Arbeitswelten ST3AM von Wista Management in Berlin-Adlershof.

[Rund 3000 Quadratmetern für Maker-, Working- und Convention-Space

Wista, Wirtschaftsförderer und Standortentwickler im Berliner Technologiepark Adlershof, stand vor einer Herausforderung: Auf rund 3000 Quadratmetern sollte eine Symbiose aus Maker-, Working- und Convention-Space entstehen – inklusive einer analogen und einer digitalen Werkstatt für Start-ups und KMUs. »Etwas in dieser Dimension hatten wir bislang nicht umgesetzt«, erinnern sich Robert Wingendorf und Olaf Koeppen, die Projektverantwortlichen seitens Wista. Die Ausschreibungsunterlagen umfassten über 200 Seiten und bis zu 600 Positionen – von der Metall- und Holzwerkstatt bis hin zur Elektronikfertigung. Gerade diese breite Ausrichtung hat viele Fragen aufgeworfen und Detailwissen erfordert, was die Anforderungen an eine passende Technik angeht.

[»Ein oberes Hobbyniveau für den analogen Makerspace«

Die Anforderung an projektbegleitende Partner waren hoch: Anspruch der Wista war es, dass sich alle Bereichen des Makerspace mindestens auf dem Niveau einer sehr gut ausgestatteten Hobbywerkstatt ansiedeln. Das Niveau des Elektroniklabors, der eingesetzten CNC-Maschinen und die Ausstattung in der Digital Area reichen sogar darüber hinaus. »Ein oberes Hobbyniveau für den analogen Makerspace haben wir deshalb als Mittelweg gewählt, weil Profimaschinen von den Maßen her zu groß und schwer geworden wären. Zudem hätten aufwendige Filtersysteme verbaut werden müssen. Das gaben die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten, die ja nicht neu konzipiert, sondern quasi umgewidmet wurden, nicht her«, erklärt Robert Wingendorf. Auch der adäquate Lärmschutz in einem Gebäude mit Büroarbeitsplätzen war ein wichtiger Parameter, den es in der Planung zu berücksichtigen galt.

Erste Nutzer: Dank Makerspace zur Marktreife
Dass sich der Aufwand gelohnt hat, beweisen die ersten Nutzer. Das Berliner Startup tapeer, das innovative Selbstzapfanlagen entwickelt, konnte seine Prototypen und erste Kleinserien direkt im St3am-Makerspace umsetzen. Geschäftsführer Ivan Malek bestätigt: „Der Makerspace war für uns ein echter Booster auf dem Weg vom Prototyp zur ersten Serie. Ohne diese Infrastruktur wären unsere ersten Automaten und damit auch unser Markteintritt nicht so schnell und effizient realisierbar gewesen.“ Für das Tapee-Team war das ST3AM nicht nur ein Arbeitsort, sondern echter Innovationsbeschleuniger. »Im Makerspace konnten wir uns zu 100% aufs Bauen und Entwickeln konzentrieren. Andernfalls hätten wir viel mehr Zeit und Fokus für Werkzeugbeschaffung, Kurzzeitlagerung und Transport verloren“, so Geschäftsführer Ivan Malek. Als Vorteile sah das Startup den 24/7-Zugang und „Alles an einem Ort“, die schnelle Iteration und kurze Wege, die Nutzung von Maschinen und Werkzeugen und die Kurzzeitlagerung von Bauteilen.

[Partnerschaft auf Augenhöhe

Das Projektteam von Conrad – bestehend aus Ingenieuren und technischen Experten – begleitete den Prozess von der Bedarfsanalyse bis zur finalen Einrichtung vor Ort. Und war für seinen Kunden weit mehr als nur ein Lieferant, betont Olaf Koeppen: „Unsere Ansprechpersonen waren jederzeit zur Stelle. Es waren immer zwei oder drei Leute seitens Conrad involviert und es haben regelmäßige Treffen stattgefunden. Online, aber auch vor Ort bei uns in Berlin.“ Robert Wingendorf schätzte insbesondere die herstellerunabhängige Beratung seitens des Conrad Teams: »Ich hatte während des gesamten Prozesses durchgängig das gute Gefühl, dass uns die Jungs nichts verkaufen wollen, was wir nicht wirklich brauchen. Nichts Unnötiges und nichts unnötig Teures, sondern einfach das, was sinnvoll ist.« Diese Unabhängigkeit war essenziell, da Conrad als Lösungsanbieter auch Partner oder Spezialhersteller einbinden konnte, die nicht zum Standard-Sortiment gehörten. Ob beim Aufbau der Werkstatt-Equipments oder kurzfristigen logistischen Herausforderungen: Das Conrad-Team agierte flexibel. »Das Team hat sich super viel Zeit für die Beratung genommen und definitiv nicht am Personal gespart«, resümiert Wingendorf. »Und wenn doch mal etwas über den Haufen geschmissen wurde, hat keiner gemurrt, sondern sich einfach nochmal drangesetzt.«

Dr. Jan-Gerrit Lonnemann von Conrad

Dr. Jan-Gerrit Lonnemann, Conrad

© Tom Bruner

Fragen an Dr. Jan-Gerrit Lonnemann, Head of Project Business bei Conrad Electronic: »Standard-Business gibt es bei uns nicht«

Markt&Technik: Was genau verstehen Sie bei Conrad unter „Project Business“?

Dr. Jan-Gerrit Lonnemann: Im „Project Business“ begleiten wir Geschäftskunden als strategischer Partner – von der konzeptionellen Planung bis zur technischen Umsetzung. Es geht nicht um den Verkauf von Einzelprodukten, sondern um einen Rundum-Service. Wir koordinieren die Beschaffung auch jenseits unseres Standard-Sortiments, unterstützen bei der Dokumentation, kümmern uns um die Logistik und organisieren bei Bedarf Montagen oder Schulungen.

Woher kommt die fachliche Expertise für so breit gefächerte Aufgaben?

Unser Team besteht zu einem Großteil aus Ingenieuren und Entwicklern. Das ist unser entscheidender Vorteil: Wir verstehen die technischen Herausforderungen unserer Kunden aus der Praxis. Wenn ein Kunde zu uns kommt, sprechen wir dieselbe Sprache. Wir identifizieren nicht nur Produkte, sondern erarbeiten umsetzbare technische Konzepte.

Warum sollten sich Firmen für Conrad entscheiden und nicht für einen spezialisierten Systemintegrator?

Weil wir die Brücke schlagen. Wir vereinen das breite Sourcing-Netzwerk eines Global Players mit der Tiefen-Expertise eines Ingenieurbüros. Wir haben Zugriff auf tausende Hersteller, können aber gleichzeitig kundenspezifische Lösungen entwickeln – etwa Reengineerings für veraltete Fahrkartenautomaten-Displays oder die Konzeption kompletter Werkstätten wie in Berlin-Adlershof. Wir nehmen dem Kunden die Komplexität ab, die entsteht, wenn man für ein Projekt 50 verschiedene Lieferanten koordinieren müsste.

Welche Arten von Kundenprojekten betreuen Sie mit Ihrem Team?

Standard-Business aus der Schublade gibt es bei uns nicht. Die Anforderungen reichen von der vorkonfektionierten 80 Kilometern vorkonfektioniertem Kabel über die Ausstattung ganzer Innovation-Hubs bis hin zur Entwicklung spezieller Heizlüfter für Toilettenkabinen. Alles, was außerhalb der Standard-Bestellprozesse läuft, ist bei unserem Team richtig aufgehoben. Wir sind da, wenn das Projekt zu individuell für den klassischen Warenkorb ist.

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