Lieferkettenbewertung in 30 Minuten

Selbstlernende KI steuert globale Lieferketten

21. Juli 2026, 11:33 Uhr | Karin Zühlke
Symbolbild Lager
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C.H. Robinson hat mit dem „Lean AI Engineer“ eine KI-Lösung vorgestellt, die globale Lieferketten nicht nur analysiert, sondern deren Leistung kontinuierlich überwacht, optimiert und steuert. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei um die erste Technologie dieser Art.

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Die neue Anwendung ergänzt den bereits 2025 eingeführten „Lean AI Planner“ und steht ab sofort allen Kunden der 4PL-Managed-Solutions zur Verfügung. 4PL (Fourth Party Logistics) bezeichnet die übergreifende Steuerung der gesamten Lieferkette. Im Gegensatz zu klassischen Logistikdienstleistern koordiniert ein 4PL-Anbieter verschiedene Spediteure und Logistikpartner, überwacht sämtliche Transportprozesse und optimiert das gesamte Netzwerk.

Während der Lean AI Planner den operativen Transportablauf mithilfe vernetzter KI-Agenten steuert, analysiert der Lean AI Engineer fortlaufend die Performance der Lieferkette, erkennt Optimierungspotenziale und passt die zugrunde liegenden Entscheidungslogiken kontinuierlich an. Dadurch entsteht nach Unternehmensangaben ein geschlossenes KI-System, das sich im laufenden Betrieb selbst verbessert.

Komplette Lieferkette innerhalb von 25 bis 30 Minuten bewertet

Ein wesentlicher Vorteil liegt laut C.H. Robinson in der Geschwindigkeit der Analyse. Der Lean AI Engineer bewertet eine komplette Lieferkette innerhalb von 25 bis 30 Minuten, während klassische Supply-Chain-Assessments häufig mehrere Wochen in Anspruch nehmen und überwiegend vergangenheitsbezogen arbeiten. Die KI soll dagegen kontinuierlich Handlungsempfehlungen für den laufenden Betrieb liefern.

Nach Angaben des Unternehmens werden bereits 92 Prozent aller weltweiten 4PL-Sendungen autonom abgewickelt. Die KI übernimmt dabei Prozesse von der Auftragserstellung über Ausschreibung und Routenplanung bis zur Zustellung, dem Management von Ausnahmefällen sowie der Abrechnung von Spediteuren. Unterstützt werden Straßen-, See-, Luft- und Schienentransporte.

Grundlage der Technologie ist eine proprietäre Kontextschicht, die von rund 450 Softwareentwicklern und Datenwissenschaftlern aufgebaut wurde. Neben Prozessdaten fließen dabei auch das Erfahrungswissen der Frachtexperten sowie kundenindividuelle Informationen zu Transportnetzwerken, Standorten, Spediteuren und Lieferanforderungen in die Modelle ein. Dadurch soll die KI nicht nur allgemeine Optimierungsvorschläge erstellen, sondern kundenspezifische Empfehlungen entwickeln.

Early Adopter

C.H. Robinson verweist auf erste Ergebnisse aus Pilotprojekten. So habe ein Early Adopter durch die Umstellung seines Versandplans die Anzahl der Transporte an 20 Standorten um 17 Prozent reduziert und Einsparungen von mehr als einer Million US-Dollar pro Jahr identifiziert. Bei einem weiteren Kunden habe eine Neustrukturierung der Transporte das Ladevolumen um 81 Prozent gesenkt und Einsparpotenziale von 40 Prozent aufgezeigt.

In den kommenden Wochen will C.H. Robinson den Lean AI Engineer schrittweise für weitere Kunden ausrollen. Zukünftig soll die KI unter anderem auch die Performance von Spediteuren kontinuierlich überwachen, Leistungsverschlechterungen frühzeitig erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen empfehlen, bevor es zu Störungen in der Lieferkette kommt.


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