Satelliten-Navigation Warum das Galileo-System ausfiel

Illustration eines Galileo-Full-Operational-Capacity-Satelliten. Das System ist am Wochendende teilweise ausgefallen.
Illustration eines Galileo-Full-Operational-Capacity-Satelliten.

Peinlich: Im Juli 2019 war das europäische Navigationssystem Galileo für 11 Tage ausgefallen. Jetzt sind Details über die Ursache bekannt geworden.

Über die Ursache wurde damals nichts genaues bekanntgegeben, außer, dass es ein Problem mit den Basisstationen gäbe. Für Probleme sorgte der Ausfall kaum, denn fast alle Navigationsgeräte können die Signale mehrerer Satelliten-Navigationssysteme empfangen. So geht der Betrieb mit GPS und GLONASS einfach weiter.

Jetzt sind aber weitere Details bekannt geworden, wie es zu dem Ausfall kam. Ein wichtiger Bestandteil der Satelliten-Navigationssysteme ist das Zeitsignal, denn mittels der Bestimmung der Signallaufzeiten berechnen die Empfangsgeräte ihren eigenen Aufenthaltsort. Dazu wird vom Boden ein Zeit-Synchronisationssignal an die Satelliten gesendet. Im Fall von Galileo stammt es von einer der beiden Atomuhren des Systems. Eine befindet sich in Oberpfaffenhofen in der Nähe von München, eine weitere in Fucino in Italien. Mit der Uhr in Fucino gab es ein technisches Problem, weshalb sie vorübergehend deaktiviert wurde. Was die Techniker in Italien nicht wussten, war, dass die Uhr in Oberpfaffenhofen zur gleichen Zeit im Wartungsmodus war und ebenfalls kein Zeitsignal für die Satelliten senden konnte. Für eine gewisse Zeit können die Satelliten noch weiter arbeiten, aber nach einem Tag stellten sie den Sendebetrieb ein. Der Notrufdienst von Galileo war nicht betroffen, da dieser auf einer anderen Frequenz sendet. Das Problem wurde zusätzlich befeuert, weil die Koordination der Wiederherstellung des Dienstes lange dauerte.