Holger Ruban, CEO, Bürklin Elektronik
»Wenn man mich fragt, woran ich bei der Markt&Technik als Erstes denke, dann denke ich nicht an eine einzelne Ausgabe oder einen bestimmten Artikel. Ich denke an die Menschen. An die vielen Gespräche, Diskussionen und Begegnungen der vergangenen Jahrzehnte. Und an die Veranstaltungen, auf denen die Markt&Technik unsere Branche immer wieder zusammengebracht hat.
Als ich vor rund 30 Jahren in die Branche kam, hörte man als Berufsanfänger schon mal den Satz: „Meine Erwartung ist, dass du die Markt&Technik liest.“ Aus heutiger Sicht weiß ich nicht, ob das die beste Methode war, jungen Menschen ein Magazin näherzubringen. Mein erster Kontakt war jedenfalls eher von Pflichtgefühl als von Begeisterung geprägt. Ein nüchternes Schwarz-Weiß-Magazin über eine Industrie, die damals nach außen betrachtet nicht gerade als besonders aufregend galt. Doch schnell wurde mir klar, dass die Markt&Technik viel mehr war als ein Magazin.
In einer Zeit, in der das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, war sie für viele von uns das Fenster in die Elektronikindustrie. Wer wissen wollte, was in der Branche passiert, las die Markt&Technik. Und passiert ist damals eine Menge. Namen wie Temic, ITT Intermetall, Siemens Halbleiter oder später Quimonda prägen bis heute die Erinnerung vieler Branchenkollegen.
Heute sind Informationen jederzeit verfügbar. Doch eines hat sich nicht verändert: Unsere Branche lebt vom persönlichen Austausch. Genau deshalb waren die Veranstaltungen der Markt&Technik immer weit mehr als reine Branchentermine.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Events. Außergewöhnliche Locations, kreative Dresscodes und jedes Jahr die gleiche Frage, ob wirklich alle mitmachen würden. Am Ende machten immer alle mit. Plötzlich standen Entscheidungsträger unserer Industrie in Black Tie, Lederhosen, Hawaiihemden oder Cowboyhüten
nebeneinander. Man diskutierte, lachte und stellte fest, dass man sich oft näher ist, als man denkt. Genauso in Erinnerung geblieben ist mir mein erstes Interview mit Karin Zühlke. Als junger Geschäftsführer war ich deutlich nervöser, als ich damals zugeben wollte. Karin schaffte es jedoch sofort, aus der Situation ein angenehmes Gespräch zu machen.
Und natürlich denke ich an Matthäus Hose. Wer auf Veranstaltungen der Markt&Technik unterwegs war, kam an ihm kaum vorbei. Seine Fragen waren gleichzeitig charmant und gefährlich. Einmal entstand sogar die Idee für ein gemeinsames Format – vermutlich, weil er Kickboxen macht und ich Karate. Damals haben wir die Idee verworfen. Heute frage ich mich manchmal, ob daraus ein großer Erfolg geworden wäre oder ob wir damit unsere Karrieren beendet hätten.
Was Karin und Matthäus gemeinsam haben: Der Austausch war immer professionell, persönlich und von einer guten Portion Humor geprägt. Genau solche Menschen haben die Markt&Technik über viele Jahre zu weit mehr als einem Fachmedium gemacht.
Die Markt&Technik hat unserer Branche nicht nur eine Stimme gegeben, sondern auch ein Stück Identität. Gerade weil die Elektronikindustrie oft im Hintergrund bleibt, ist das von besonderer Bedeutung. Dabei hängen viele der großen Themen unserer Zeit – von künstlicher Intelligenz über Mobilität bis zur Digitalisierung – unmittelbar von ihr ab.
Seit 50 Jahren begleitet die Markt&Technik diese Entwicklungen, ordnet sie ein und schafft Verbindungen zwischen den Menschen unserer Branche. Im Namen des gesamten Bürklin-Teams gratulieren wir herzlich zum 50-jährigen Jubiläum der Markt&Technik. Vielen Dank für die vielen Begegnungen, Gespräche und Veranstaltungen der vergangenen Jahrzehnte. Wir freuen uns auf viele weitere Jahre.«