Kreislauffähige Fahrzeugkomponenten

Vom Automobilscheinwerfer zur Ressource der Zukunft

6. August 2026, 11:26 Uhr | Irina Hübner
Das Forschungsprojekt KOLLEKT setzt auf den Erkenntnissen des Vorgängerprojekts NALYSES auf und soll nun eine übergreifende zirkuläre Wertschöpfung entwickeln.
© Forvia Hella

Wie können Fahrzeugkomponenten, aber auch andere Industriegüter, so konzipiert werden, dass sie kreislauffähig sind? Dieser Frage geht der Automobilzulieferer Forvia Hella anhand eines Scheinwerfers im Förderprojekt KOLLEKT gemeinsam mit mehreren Partnern nach.

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Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes KOLLEKT steht insbesondere die Entwicklung und Umsetzung kreislaufgerechter Produktkonzepte gemäß eines »Design-for-Circularity«-Ansatzes. Gemeint ist hierbei eine Produktgestaltung, die von Beginn an auf Wiederverwertbarkeit ausgelegt ist. Dies basiert in diesem Fall auf den vier »R-Strategien«: Repair (Reparatur), Re-Use (Wiederverwendung), Remanufacture (Wiederaufbereitung) und Recycle (stoffliche Verwertung).

So sind heutige Scheinwerfer für eine einmalige Lebensdauer und eine optimale Montage ausgelegt. Die Reparatur ist folglich nur sehr eingeschränkt möglich. Im Rahmen von KOLLEKT soll nun erforscht werden, wie zukünftige Scheinwerfer reparierbar und teilweise wiederverwertbar gemacht werden können und welche Produktions- und Logistikabläufe hierfür notwendig sind.

Realisierung einer flexiblen Demontagezelle

Im Zentrum der Forschungsarbeiten steht die Realisierung einer flexiblen Demontagezelle. Unter Verwendung von Robotern und KI-basierter Datenverarbeitung wird so die Grundlage für Wiederverwendung und Recycling von Produkten in industriellem Maßstab gelegt. Hierbei wird ein digitaler Produktzwilling genutzt, um Baugruppen präzise, möglichst sortenrein und automatisiert zu zerlegen.

Ergänzt wird dieser Prozess durch eine nachgelagerte, optimierte Sortierung, die Störstoffe abtrennt und Kunststofffraktionen separiert, sowie durch eine Charakterisierung und Aufbereitung der Materialien und ein mechanisches und teilweises chemisches Recycling. Nicht zuletzt sollen die Menschen als Teil des neuen Wertschöpfungssystems befähigt werden, die zirkuläre Produktgestaltung zukünftig umzusetzen und die Kreislaufwirtschaft somit erst möglich zu machen.

Das Ziel: eine klimaneutrale Wertschöpfungskette

»Heute werden sowohl Scheinwerfer, ebenso wie viele andere Produkte, noch selten in echten Kreisläufen genutzt. Wir erforschen daher, wie wir Materialien länger im Einsatz halten, wiederverwenden und so den Ressourcenverbrauch deutlich reduzieren können. In anderen Worten: Wir schauen uns gemeinsam mit unseren Partnern an, wie der Scheinwerfer von heute zu einem Rohstoff für morgen werden kann. Das liefert nicht zuletzt wichtige Erkenntnisse für unser Ziel, eine klimaneutrale Wertschöpfungskette zu erreichen«, sagt Dr. Michael Kleinkes, verantwortlich für die Entwicklung im Lichtbereich bei Forvia Hella. 

Interdisziplinäres Verbundprojekt

Am interdisziplinären Forschungsprojekt KOLLEKT beteiligen sich neben Forvia Hella die Partner BMW, Covestro, Geba, Fraunhofer IEM, Fraunhofer UMSICHT, die Universität Paderborn, die Hochschule Hamm-Lippstadt, das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) sowie die Firma SW Maschinenservice. Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderrichtlinie CircularGlowUp gefördert und durch den Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.

KOLLEKT baut auf den Erkenntnissen des Vorgänger-Förderprojekt NALYSES auf, das 2026 erfolgreich abgeschlossen wurde. Während NALYSES allen voran die nachhaltige Produktgestaltung und Materialstrategien, Recyclingmöglichkeiten sowie die Nutzungsphase der Produkte betrachtet hat, setzt das KOLLEKT-Förderprojekt hierauf auf und entwickelt nunmehr eine übergreifende zirkuläre Wertschöpfung.

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