Wie entscheidend ist das Lebensalter tatsächlich für die Sicherheit im Straßenverkehr? Eine aktuelle Umfrage der Tankstellenkette HEM zeigt: Nicht das Alter allein entscheidet über sicheres Autofahren.
Das Alter von Autofahrern wird häufig mit bestimmten Stärken und Schwächen am Steuer verbunden. Während jüngeren Menschen schnelle Reaktionen und ein sicherer Umgang mit moderner Fahrzeugtechnik zugeschrieben werden, gelten ältere Fahrer überwiegend als besonders erfahren und gelassen. Eine Umfrage zeigt nun, dass auch andere Faktoren eine wichtige Rolle spielen.
Fast drei Viertel der Befragten (74 Prozent) sind überzeugt, dass das Lebensalter die Fahrsicherheit sehr stark oder eher stark beeinflusst. Im Vergleich mit anderen Faktoren relativiert sich dieses Bild jedoch deutlich: Nur 17 Prozent sehen das Alter als ausschlaggebend an. Deutlich wichtiger sind aus Sicht der Befragten die persönliche Einstellung und Fahrweise (37 Prozent) sowie die regelmäßige Fahrpraxis, beispielsweise in Form der jährlich zurückgelegten Kilometer (28 Prozent).
Auch bei der Einschätzung, welche Altersgruppe am sichersten unterwegs ist, zeigt sich kein linearer Zusammenhang zum Lebensalter: Als besonders sicher gelten die mittleren Altersgruppen. 42 Prozent sehen die 30- bis 44-Jährigen vorn, weitere 41 Prozent die 45- bis 59-Jährigen. Die 18- bis 29-Jährigen werden nur von vier Prozent genannt, Menschen ab 60 Jahren von sechs Prozent.
Jüngeren Autofahrern wird vor allem eine schnelle Reaktionsfähigkeit zugeschrieben. Jeder Zweite sieht darin eine besondere Stärke der 18- bis 29-Jährigen. Auch beim Umgang mit Assistenzsystemen schneidet diese Altersgruppe gut ab: 45 Prozent traut ihr eine hohe Technikkompetenz im Fahrzeug zu.
Gleichzeitig ist das Image junger Autofahrer von deutlichen Vorbehalten geprägt. 80 Prozent der Befragten sehen eine Ablenkung durch Smartphones als große Schwäche der 18- bis 29-Jährigen. Hinzu kommen Selbstüberschätzung mit 76 Prozent, eine zu hohe Geschwindigkeit mit 70 Prozent und eine erhöhte Risikofreude mit 65 Prozent.
Bei Fahrern ab 70 Jahren steht vor allem die langjährige Erfahrung im Vordergrund. 55 Prozent der Befragten betrachten sie als besondere Stärke. Jeweils rund ein Viertel verbindet ältere Verkehrsteilnehmer zudem mit regelkonformem Verhalten, Gelassenheit und vorausschauendem Fahren.
Auf der anderen Seite werden vor allem nachlassende körperliche Fähigkeiten und Unsicherheiten in anspruchsvollen Situationen genannt. 83 Prozent sehen langsamere Reaktionen als Schwäche älterer Fahrer. Probleme bei Dunkelheit nennen 66 Prozent, Unsicherheit in komplexen Verkehrssituationen 63 Prozent. Mehr als die Hälfte empfindet das Fahrverhalten älterer Menschen als übervorsichtig (57 Prozent).
Die Befragten berichten, dass sich ihr Fahrverhalten mit zunehmender Fahrpraxis verändert. Zwei Drittel geben an, heute entspannter zu fahren als zu Beginn ihrer Fahrpraxis (66 Prozent). Weitere 21 Prozent sind nach eigener Aussage deutlich vorsichtiger geworden. Nur acht Prozent stellen kaum Veränderungen fest.
Unabhängig vom Alter herrscht weitgehend Einigkeit darüber, was sicheres Autofahren ausmacht. 80 Prozent passen ihre Fahrweise nach eigenen Angaben an die Straßen- und Wetterverhältnisse an, 57 Prozent fahren besonders vorausschauend. Für mehr als die Hälfte der Befragten ist vorausschauendes Fahren der wichtigste Faktor für Sicherheit am Steuer (52 Prozent). Rücksichtnahme folgt mit 16 Prozent, das Einhalten der Verkehrsregeln mit zwölf Prozent. Viel Fahrpraxis nennen dagegen nur vier Prozent als wichtigsten Faktor für sicheres Autofahren.