Ein Ausbau der Ladeinfrastruktur, wie ihn die Bundesregierung laut Medienberichten nun plant, könnte den Ausbau der Elektromobilität in Deutschland deutlich beschleunigen. Dies zeigt eine Studie des RWI. Schnellladestationen scheinen die Nachfrage nach E-Fahrzeugen besonders stark zu beeinflussen.
Die aktuelle RWI-Studie ergab, dass zusätzliche Ladepunkte zu einer signifikanten Zunahme von Elektroautos führen – insbesondere in dicht besiedelten Gebieten.
Die RWI-Studie basiert auf Daten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zum Förderprogramm für Elektrofahrzeuge, das im Juli 2016 eingeführt wurde. Das Förderprogramm sollte dazu beitragen, die Zahl an Elektrofahrzeugen in Deutschland bis zum Jahr 2020 auf eine Million E-Autos zu erhöhen. Auch wenn die Nachfrage nach E-Autos und Hybridfahrzeugen derzeit ansteigt, wurde dieses Ziel deutlich verfehlt. Zum Jahresende 2020 waren rund 450.000 E-Autos in Deutschland zugelassen.
»Unsere Studie macht deutlich, dass die mangelnde Ladeinfrastruktur ein wesentlicher Grund für die schleppende Entwicklung der E-Mobilität in Deutschland ist«, sagt RWI-Umweltökonom Colin Vance. »Bislang wurden vor allem Elektrofahrzeuge subventioniert, um die Elektromobilität in Deutschland zu fördern. Wenn nun mehr in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investiert wird, könnte die Nachfrage nach Elektroautos deutlich steigen.«