Alternative Kraftstoffe

Daimler Truck bereitet Serienproduktion von Brennstoffzellen vor

30. Juni 2020, 10:50 Uhr | Irina Hübner
Bei der Produktion der Brennstoffzellen-Stacks greift Daimler auhc auf Verfahren auf der Verpackungsindustrie zurück.
© Daimler Truck

Daimler Truck treibt die Serienproduktion von Brennstoffzellen mit der Daimler Truck Fuel Cell konsequent voran. Das Know-how auf diesem Gebiet soll nun in die direkte Vorstufe der Serienproduktion überführt werden.

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Bereits in den vergangenen zehn Jahren hat Daimler umfassendes Wissen im Bereich Brennstoffzellen aufgebaut und Fertigungsverfahren und -prozesse entwickelt. Diese übertragen die Stuttgarter Experten nun – in enger Abstimmung mit ihren Kollegen in Vancouver, Kanada, sowie mit den laufenden Brennstoffzellen-Entwicklungsaktivitäten – in die direkte Vorstufe der zukünftigen Serienproduktion. Dazu investiert das Unternehmen in neue moderne Anlagen, die jede einzelne Prozessstufe der Brennstoffzellenproduktion abdecken: von der Membranbeschichtung über die Stack-Herstellung bis hin zum Brennstoffzellen-Aggregatebau.

Klassische industrielle Produktionsprozesse lassen sich nicht unmittelbar auf die sowohl hochkomplexen als auch hochsensiblen Brennstoffzellen-Stacks übertragen. So findet die Bearbeitung zahlreicher filigraner Komponenten beispielsweise im Mikrometer-Bereich statt. Die kleinste Verunreinigung könnte die Funktionsfähigkeit der Brennstoffzellen beeinträchtigen. Deshalb wird für einige Arbeitsschritte der geplanten Vorserienproduktion ein Sauberraum mit gefilterter Luft aufgebaut. Zudem kommt auch der Optimierung der Umgebungsluft in der Produktion eine besondere Bedeutung zu, da schon geringe Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu deutlichen Materialveränderungen führen können. Dies würde die Weiterverarbeitung in den Folgeprozessen erheblich erschweren.

Die größte Herausforderung für die Daimler-Experten stellt jedoch das Erreichen einer kurzen Taktzeit der Produktion dar, was für eine wirtschaftliche Fertigung jedoch unerlässlich ist. Die Experten greifen daher bei der Produktion der Brennstoffzellen-Stacks teilweise auch auf Verfahren aus der Verpackungsindustrie zurück, die in der konventionellen Motorenherstellung in der Regel keine Anwendung finden.

»Wir verfolgen die Vision eines CO2-neutralen Transports der Zukunft. Die wasserstoffbasierte Brennstoffzelle ist dabei eine zentrale Technologie von strategischer Bedeutung. Wir gehen nun konsequent den Weg in Richtung Serienfertigung von Brennstoffzellen und leisten damit absolute Pionierarbeit – und dies über die Fahrzeugindustrie hinaus. Dafür investieren wir in den nächsten Jahren einen ganz erheblichen Betrag«, so Martin Daum, Vorsitzender des Vorstands von Daimler Truck und Mitglied des Vorstands von Daimler.

Andreas Gorbach, Leiter Daimler Truck Fuel Cell, ergänzt: »Wie bei der Entwicklung der Brennstoffzellen-Technik profitieren wir auch in Sachen Herstellung von der langjährigen Erfahrung unserer Experten. Dies bringt uns einen enormen Wettbewerbsvorteil: Dadurch sind wir bereits heute in der Lage, ganz konkret an einem unserer wichtigsten Meilensteine zu arbeiten, und zwar der technologischen Vorlage für die Serienfertigung von Brennstoffzellensystemen im großen industriellen Maßstab.«

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