Der deutsche Pkw-Markt legte im Juli leicht zu, getragen vor allem von der steigenden Nachfrage nach Elektroautos. Diese erreichten mit 29,3 Prozent den höchsten Marktanteil, der je in einem Juli gemessen wurde. Der Transportermarkt entwickelte sich dagegen rückläufig.
Im Juli wurden in Deutschland laut Dataforce 268.068 Pkw neu zugelassen, 1,2 Prozent beziehungsweise 3.266 Fahrzeuge mehr als im Vorjahresmonat. Saison- und arbeitstagbereinigt entspricht das aktuelle Marktniveau auf ein Gesamtjahr hochgerechnet etwas mehr als 3 Millionen Neuzulassungen. Damit scheint sich der deutsche Pkw-Markt bei rund 3 Millionen Fahrzeugen jährlich einzupendeln.
In den beiden wichtigsten Marktsegmenten, dem Privat- und dem Flottenmarkt, setzte sich im Juli der bisherige Jahrestrend fort. Der Privatmarkt konnte um 8,0 Prozent zulegen, während der Flottenmarkt mit einem Minus von 2,9 Prozent wieder Federn ließ. Autovermieter (+12,2%) und der Fahrzeugbau (+5,7%) fangen aktuell nicht abgenommenes Volumen des Markts auf. Deutlich rückläufig waren im Juli die Zulassungen im Fahrzeughandel mit -17,4 Prozent.
Das Wachstum im Privatmarkt geht weiterhin vor allem auf Elektroautos zurück. Im Juli wurden 102 Prozent mehr E-Autos privat zugelassen als im Vorjahresmonat. Damit fiel das Wachstum zwar etwas schwächer aus als im Juni, dennoch waren Elektroautos mit einem Anteil von fast 39 Prozent die am häufigsten gewählte Antriebsart im Privatmarkt. Ein wichtiger Treiber dürfte weiterhin die Förderung sein, kombiniert mit den wieder steigenden Preisen an den Tankstellen. Zum Vergleich büßten Benziner ganze 27 Prozent ein.
Auch im Flottenmarkt legen Elektroautos weiter zu. Mit einem Plus von 31 Prozent können sie die rückläufigen Zulassungen von Benzinern (–15 Prozent) und Dieselfahrzeugen (–22 Prozent) bislang jedoch nicht ausgleichen.
Auch bei den Eigenzulassungen des Fahrzeughandels gewinnen Elektroautos an Bedeutung. Im Juli erreichten sie einen Anteil von 20,4 Prozent und lagen damit deutlich über dem bisherigen Jahresdurchschnitt von 14,1 Prozent. Das könnte darauf hindeuten, dass Händler zunehmend Elektroautos als Tageszulassungen anbieten. Ob sich dieser Trend fortsetzt, werden die kommenden Monate zeigen.
Die zunehmende Elektrifizierung zeigt sich auch im Gesamtmarkt: Im Juli erreichten Elektroautos einen Marktanteil von 29,3 Prozent – so viel wie noch nie in einem Juli.
Der Markt für Transporter und Pkw-Utilities entwickelte sich im Juli schwächer als der Pkw-Markt. Die Neuzulassungen gingen um 7 Prozent zurück, wobei fast alle Marktkanäle Einbußen verzeichneten. Am stärksten büßte der Privatkanal ein mit -11 Prozent und dem höchsten Volumenverlust. Auch die Autovermieter und der Fahrzeughandel verloren zweistellig (-10% und -11%). Der Fahrzeugbau blieb als einzig wachsender Kanal übrig (+17%), was allerdings auf stabilisierende Eigenzulassungen hindeutet. Flotten gaben wie im Pkw-Markt um 4 Prozent nach und folgten damit der insgesamt rückläufigen Marktentwicklung, die weiterhin von geopolitischen Krisen und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt ist.
Statement Julian Litzinger, Automotive Analyst bei Dataforce: »Der Pkw-Markt und die Transporter entwickeln sich aktuell konträr. Während bei den Transportern die wirtschaftliche Anspannung deutlicher zu spüren ist, so treiben positive Faktoren den Pkw-Markt. Hier greift erneut die Wirkung der Förderung – ebenfalls sorgen die hohen Spritpreise für eine weitere Runde der Elektrifizierung auf Höchstniveau. Dennoch bleibt auch zu sagen, dass der Flottenmarkt weiterhin hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt und taktische Zulassungen wieder vermehrt eine Rolle spielen.«