Verband der Internetwirtschaft

Das sind die Digitaltrends 2022

18. Januar 2022, 8:56 Uhr | Ute Häußler
Digitalisierung IIoT Transformation Entwicklung Testfabrik Digital Cloud Industrie 4.0
Oliver Süme geht davon aus, dass sich das IIoT und das Internet 2022 stark weiterentwickeln werden, er spricht von einem »Evolutionsschub«.
© eco

Der eco Verband erwartet 2022 einen Evolutionsschub des Netzes: Die Covid-19 Pandemie, aber auch der drohende Klimawandel werden auch in diesem Jahr die digitale Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft weiter vorantreiben.

»Die Digitalisierung ist Teil der Lösung vieler Herausforderungen, denen wir uns – ob mit oder ohne Pandemie – in den kommenden Jahren stellen müssen,« sagt eco Vorstandvorsitzender Oliver Süme.

Als zwei wesentliche Entwicklungen, die auch im Jahr 2022 weitergetrieben werde, sieht Süme die zunehmende Dezentralisierung des Netzes, weg von Plattformökonomien, hin zu unternehmens- und branchenübergreifenden digitalen Ökosystemen sowie eine zunehmende Verschmelzung zwischen realen und virtuellen Lebenswelten.

Technologien wie die Blockchain, künstliche Intelligenz, Virtual und Augmented Reality sowie der Boom von Kryptowährungen treiben diese Evolution des Netzes, die aktuell unter Begriffen wie Web3 und dem Metaverse kontrovers diskutiert wird.

Was für Unternehmen 2022 digital wichtig wird

  • IT-Lieferketten vor Ransomware-Attacken schützen: Nicht nur die IT im Unternehmen, sondern ganze Lieferketten brauchen einen immer höheren Schutz vor Cyberangriffen. Diesem Risiko bleiben auch 2022 vor allem mittelständische Unternehmen besonders ausgesetzt.
  • Vertrauen ins IoT (Internet of Things) bauen: Das gilt neben der Funktionalität vor allem für einheitliche Sicherheitsstandards von IoT-Geräten. Auch der Ausbau digitaler Infrastrukturen auf Bundes- wie auch auf Firmenebene bleibt als Voraussetzung für die Umsetzung von IoT-Projekten ein Top-Thema.
  • Gaia-X pusht KI-Anwendungen: Der eco-Verband glaubt, dass KI von digitalen Ökosystemen und unternehmensübergreifenden Datenräumen wie Gaia-X stark profitieren 2022 werden. Die Open Source Software-Module der europäischen Dateninfrastruktur wird KI-basiertem technischen Service in der Industrie 4.0 und neue Use-Cases und Geschäftsmodelle für Machine-Learning Anwendungen fördern.
  • New Work gegen Fachkräftemangel: Wer neue Mitarbeiter sucht, muss über den Tellerrand sowie Standort-Grenzen denken: Tools für eine digitale Zusammenarbeit in hybride und flexiblen Arbeitsmodelle werden das neue Normal. Im Bewerbungsprozess kommen verstärkt Algorithmen zum Einsatz.
  • Nachhaltige Digitalisierung durch CO2-arme Rechenzentren: Rechenzentren punkten zumindest in Europa mit einer hohen udn weiter steigenden Energieeffizienz, sie tragen wesentlich zum Absinken der CO2-Emissionen von digitalen Infrastrukturen bei. Welches Rechenzentrum eine Firma wählt, hat also durchaus einen Einfluss. Zudem kann die Abwärme von Rechenzentren genutzt werden, für Deutschland entspräche das zehn Terrawattstunden pro Jahr.
  • Sichere digitale Identitäten: Die Self-Sovereign Identity (SSI) wird 2022 weiterentwicklet und soll als »eindeutige Identität« soll für eine schnellere, sichere und vertrauenswürdige Digitalisierung sowie wert-orientierte Dienste sorgen, ohne Angst vor Datenmißbrauch. Nutzer und Unternehmen können selbstbestimmt ihre Identitätsdaten an IIoT- und Web-Anwendungen weitergeben.

Süme erwartet einen »Evolutionsschub des Internet«, warnt jedoch gleichzeitig vor zu großer Euphorie und Sorglosigkeit: »Die technologischen und regulatorischen Herausforderungen bleiben dieselben. Für Nutzerakzeptanz und Vertrauen brauchen leistungsfähige digitale Infrastrukturen und sichere Dienste.«

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

Verwandte Artikel

eco - Verband der Internetwirtschaft e.V.