Stormshield hat die TEMPEST-Level-B-Klassifizierung gemäß dem NATO-Standard SDIP-27/3 erhalten. Die Zertifizierung wurde von der französischen IT-Sicherheitsbehörde ANSSI vergeben und betrifft die Gehäuse der Firewall-Serien SN-XS, SN-S und SN-M.
Dabei bezieht sich die Bewertung auf das jeweilige Gesamtsystem und nicht nur auf einzelne Komponenten.
TEMPEST bezeichnet eine Reihe von Sicherheitsstandards, die ursprünglich von der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) entwickelt und von der NATO anerkannt wurden. Ziel ist es, Risiken durch kompromittierende elektromagnetische, akustische oder andere unbeabsichtigte Emissionen elektronischer Geräte zu minimieren. Solche Emissionen könnten theoretisch genutzt werden, um über sogenannte Side-Channel-Angriffe sensible Informationen aus laufenden Datenübertragungen zu rekonstruieren.
Für Anwendungen in den Bereichen Verteidigung, öffentliche Verwaltung und kritische Infrastrukturen, in denen hochsensible oder klassifizierte Informationen verarbeitet werden, gelten TEMPEST-klassifizierte Systeme als Voraussetzung. Die Reduktion abstrahlender Signale dient dabei dem Schutz nationaler Informationssysteme vor unbefugtem Abhören.
Stormshield plant vor dem Hintergrund steigender Cyberbedrohungen für staatliche und militärische Organisationen, seine Aktivitäten im Verteidigungsbereich weiter auszubauen. Für das Jahr 2026 kündigt das Unternehmen eine Intensivierung der Investitionen in diesem Segment an. In diesem Zusammenhang wurde die verteidigungsspezifische Organisationsstruktur erweitert, unter anderem durch die Besetzung einer eigenen Position für die Geschäftsentwicklung im Verteidigungsbereich.
Neben der TEMPEST-Klassifizierung verfügen die Cybersicherheitslösungen von Stormshield über Zertifizierungen für den Einsatz in als „EU Restricted“ und „NATO Restricted“ eingestuften Umgebungen. Diese bestätigen ihre Eignung zum Schutz klassifizierter Informationen in Institutionen der Europäischen Union und der NATO.