Die deutsche Photonikindustrie verzeichnete 2025 nur ein leichtes Wachstum. Während das Inlandsgeschäft rückläufig war, entwickelte sich der Export stabiler. Für 2026 erwartet die Branche Impulse durch Quantentechnologien, Sensorik und Raumfahrtanwendungen.
Insgesamt hat sich die deutsche Photonikindustrie im Jahr 2025 laut einer ersten Einschätzung des Industrieverbandes Spectaris verhalten entwickelt. Der Branchenumsatz stieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die rund 1000 Unternehmen der Branche mit knapp 190.000 Beschäftigten erwirtschafteten damit einen Umsatz von mehr als 50 Mrd. Euro.
Das leichte Wachstum folgt auf ein schwaches Vorjahr und wurde teilweise durch Preissteigerungen beeinflusst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhöhten sich die Erzeugerpreise für optische und fotografische Instrumente sowie Geräte 2025 um knapp ein Prozent.
Eine gemeinsame Branchenumfrage von Spectaris und OptecNet Deutschland im Rahmen von Photonics Germany zeigt eine heterogene Geschäftslage. Während einige Unternehmen Umsatzrückgänge verzeichneten, entwickelten sich andere Marktsegmente stabil.
Besonders deutlich fiel der Unterschied zwischen Inlands- und Auslandsgeschäft aus. Der Inlandsumsatz entwickelte sich 2025 im Durchschnitt rückläufig, während das Auslandsgeschäft vieler Unternehmen stabil blieb. Die Außenhandelsdaten des Statistischen Bundesamtes weisen für den Zeitraum Januar bis September ein Exportplus aus.
Unter Druck standen vor allem konjunktur- und investitionsabhängige Bereiche, darunter Teile klassischer Industrieanwendungen und die Nachfrage aus der Automobilindustrie. Stabiler entwickelten sich technologiegetriebene Anwendungsfelder.
Für 2026 erwarten die Unternehmen laut Umfrage mehrheitlich eine bessere Geschäftsentwicklung. Wachstumspotenzial sehen sie insbesondere in Quantentechnologien, integrierter Photonik, Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen, Sensorik, industrieller Messtechnik sowie Raumfahrtanwendungen.
»Die Bedeutung der Photonik als Zukunfts- und Resilienztechnologie nimmt weiter zu«, sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer von Spectaris. »Neue Anwendungen – etwa in der Quantentechnologie, der Raumfahrt oder in der Verteidigung – zeigen, welches Potenzial in der Technologie für Industrie und Gesellschaft steckt.«
Auch international bleiben die Perspektiven laut Spectaris positiv. Marktstudien erwarten für den globalen Photonikmarkt in den kommenden Jahren jährliche Wachstumsraten zwischen fünf und sieben Prozent.
Zusätzliche Wachstumspotenziale sehen internationale Analysen unter anderem in Dateninfrastruktur und Rechenzentren, künstlicher Intelligenz, medizinischer Bildgebung und Diagnostik sowie optischer Sensorik für industrielle und autonome Systeme.