Prüftechnik in Entwicklung und Fertigung

CE-zertifizierte Klimakammern für Europa

13. April 2026, 09:36 Uhr | Nicole Wörner
Das speziell für den Einsatz in europäischen Entwicklungs- und Fertigungsumgebungen zertifizierten Klimakammer-Portfolio deckt Volumina von 19,8 bis 453 Litern ab und reicht vom kompakten Tischgerät bis zur Standkammer für größere Prüflinge.
© Test Equity

Speziell für europäische Labor- und Produktionsumgebungen hat TestEquity einige seiner Klimakammern gezielt CE-zertifizieren lassen. Sie entsprechen den IEC‑61010‑Normen und gewährleisten zuverlässige Tests unter kontrollierten Klima- und Temperaturbedingungen.

Diesen Artikel anhören

Elektronische Systeme müssen heute in immer kürzeren Entwicklungszyklen qualifiziert werden – zugleich steigen die Anforderungen an Robustheit und Normenkonformität. Ob Leistungselektronik im Fahrzeug, Sensorik in der Medizintechnik oder Baugruppen für die Industrieautomation: Temperaturwechseltests und kombinierte Klimaprüfungen sind fester Bestandteil von Validierung und Qualitätssicherung.

Für Labore und Produktionsumgebungen in Europa spielt dabei nicht nur die Temperaturperformance eine Rolle, sondern auch die Einhaltung der einschlägigen Sicherheits- und EMV-Normen. Mehrere Klimakammern von Test Equity sind nach EN 61010-1:2010/A1:2019 sowie EN IEC 61010-2-012:2022/A11:2022 CE-zertifiziert und damit für den Einsatz als elektrische Mess-, Steuer- und Laborgeräte im europäischen Markt ausgelegt. Das Modell TE-1016H erfüllt zusätzlich die EMV-Richtlinie 2014/30/EU sowie die Normen EN/IEC 61326-1, EN 55011 und CISPR 11.

Vom Tischgerät bis zur 453-Liter-Kammer

Das Portfolio deckt Volumina von 19,8 bis 453 Litern ab und reicht vom kompakten Tischgerät bis zur Standkammer für größere Prüflinge. Alle Geräte sind so dimensioniert, dass sie durch Standard-Doppeltüren mit einer Breite von rund 80 cm passen – ein praxisrelevantes Detail bei der Integration in bestehende Laborflächen.

Für beengte Platzverhältnisse ist die 19,8-Liter-Kammer TE-107-EX ausgelegt. Sie arbeitet in einem Temperaturbereich von -42 bis +130 °C bei einer Toleranz von ±0,5 °C und einer typischen Kurzzeitstabilität von ±0,2 °C. Der Innenraum aus Edelstahl sowie zwei Zugangsöffnungen mit 7,6 cm Durchmesser ermöglichen die Prüfung kleiner Baugruppen wie Leiterplatten oder Sensoren. Nach Herstellerangaben kühlt die Kammer von Umgebungstemperatur auf -40 °C in weniger als 30 Minuten ab.

Im mittleren Leistungsbereich positionieren sich die Modelle TE-115A-EX-F und TE-115R-EX mit jeweils 43,9 Litern Arbeitsraum. Sie decken -73 bis +175 °C ab und erreichen Heizraten von bis zu 8,3 °C pro Minute. Eine Abkühlung von der Umgebungstemperatur auf -40 °C erfolgt in rund 6,3 Minuten. Ein EZ-Zone-Grenzwertregler überwacht Temperaturabweichungen bei unbeaufsichtigtem Betrieb. Das Modell TE-115R-EX ist stapelbar und zielt damit auf eine hohe Flächeneffizienz im Labor.

Mit 65 Litern Volumen schließt die TE-123C-EX die Lücke zwischen Tisch- und Standgeräten. Auch hier reicht der Temperaturbereich von -73 bis +175 °C. Eine Kaskadenkühlung unterstützt schnelle Temperaturwechsel, etwa bei der Qualifikation von Leistungsmodulen. Modulare Einlegeböden und eine umkehrbare Tür sollen die Anpassung an unterschiedliche Prüflingsgrößen erleichtern.

Standkammern für größere Prüflinge und Klimatests

Für großvolumige Anwendungen stehen die 198-Liter-Modelle TE-1007S und TE-1007C zur Verfügung. Während die TE-1007S mit einstufiger Kühlung im Bereich von -35 bis +175 °C arbeitet, nutzt die TE-1007C eine Kaskadenkühlung und erreicht -73 bis +175 °C.

Das Spitzenmodell TE-1016H bietet 453 Liter Arbeitsraum und kombiniert Temperatur- mit Feuchteregelung. Der Temperaturbereich liegt ebenfalls zwischen -73 und +175 °C, die Luftfeuchte wird zwischen zehn und 98 % relativer Feuchte mit einer Stabilität von ±3 % geregelt. Damit eignet sich das Gerät auch für kombinierte Temperatur-Feuchte-Tests.

Alle Standmodelle sind mit Watlow-F4T-Reglern mit Ethernet-Schnittstelle ausgestattet, um eine Fernüberwachung zu ermöglichen. Für Ersatzteile gilt eine einjährige Garantie, für die Arbeitsleistung eine dreijährige Garantie.

Mit der CE-Zertifizierung nach den einschlägigen Normen adressieren die Kammern insbesondere Entwicklungs- und Fertigungsumgebungen, in denen neben der Temperaturperformance auch die formale Konformität mit europäischen Sicherheits- und EMV-Vorgaben gefordert ist.


Lesen Sie mehr zum Thema


Das könnte Sie auch interessieren