Oszilloskop-Hersteller auf Rekordjagd

26. Januar 2009, 11:35 Uhr | Nicole Kothe, Markt&Technik

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Oszilloskop-Hersteller auf Rekordjagd

Peter Kasenbacher, Product Line Manager Oszilloskope bei Agilent, erklärt: »Geringstes Signalrauschen und Trigger-Jitter eines Oszilloskops entpuppen sich bei seriellen Hochgeschwindigkeitsbussen als bestimmende Faktoren für ein gutes Messergebnis, nicht die pure Bandbreitenspezifikation alleine. Die Mehrheit der Kunden im Digital-Design ist eher durch die Bandbreite ihrer DUTs, nicht ihrer Messgeräte beschränkt.«

Und auch bei LeCroy ist man überzeugt, dass neben den hohen Bandbreiten und Abtastraten vor allem die Signalanalyse-Tools den Ausschlag geben: »Es ist ein eindeutiger Trend hin zur besseren Nutzerunterstützung bei der Problemfindung zu beobachten«, unterstreicht Albert Hanselmann, Sales Manager Central North Region bei LeCroy. »Neue Softwaretools erlauben es, die Anwendungsbreite der Oszilloskope von der einfachen Aufzeichnung und Betrachtung von Signalen hin zu Analysen komplexer Zusammenhänge und riesiger Datensätze zu erweitern.«

Und wo bzw. wann werden die Grenzen des Machbaren erreicht sein? »Derzeit ist die Chip-Technologie für Oszilloskop-Hersteller der begrenzende Faktor für die Bandbreite«, so Hanselmann. »Mit bestehenden IBM-Komponenten im Markt sind 16 GHz reine analoge Bandbreite wohl die Obergrenze. Per DSP lässt sich diese auf ca. 20 GHz steigern. Mit der von LeCroy patentierten Technologie ist es möglich, wie bisher Abtastrate und Speicher sowie nun auch die Bandbreite zusammen zu schalten und damit 30 GHz analoge Bandbreite zu erreichen.

Mit dem bisherigen Wissensstand schätze ich eine Grenze von 50 GHz für ein Realtime-Oszilloskop in den nächsten fünf bis acht Jahren als realistisch ein. Dazu gehört eine ausreichende Abtastrate, die sicher weit über 100 GSample/s liegen muss. Für die Speichertiefe sind 1 GByte nutzbarer und auswertbarer Speicher eine Grenzmarke.« In einem Punkt sind sich die Hersteller einig: Kunden brauchen Zukunftssicherheit. Daher bieten sowohl LeCroy als auch Agilent und Tektronix für ihre High-End-Serien eine nachträgliche Bandbreiten-Aufrüstung an.

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