ifo-Konjunkturumfrage

Industrie plant wieder mehr Investitionen

30. April 2026, 13:40 Uhr | Nicole Wörner
Grafik: Konjunkturumfrage des ifo-Instituts beschreibt die Entwicklung vom 2025 bis 2026
© ifo-Institut

Die Unternehmen in Deutschland haben ihre Investitionspläne für das laufende Jahr nach oben angepasst. Die ifo-Investitionserwartungen stiegen im März auf +0,2 Punkte, nach -3,1 Punkten im Dezember 2025.

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»Die verbesserte Auftragslage in der Industrie hat die Stimmung etwas aufgehellt. Infolge des Iran-Krieges sind die Energiekosten allerdings stark gestiegen und auch die Unsicherheit bei den Firmen nahm zu. Das steht einer kräftigeren Erholung der Wirtschaft entgegen«, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Industrie mit stärkstem Anstieg

In der Industrie nahm die Investitionsbereitschaft am deutlichsten zu. Die Erwartungen kletterten auf +0,1 Punkte im März, nach -6,9 Punkten im Dezember. Besonders in nicht-energieintensiven Branchen verbesserten sich die Aussichten deutlich: Der Saldo stieg von -6,4 auf +2,0 Punkte. Im Maschinenbau erhöhte er sich von -8,6 auf +2,1 Punkte, im Fahrzeugbau von +2,9 auf +14,8 Punkte.

In energieintensiven Branchen bleibt die Lage angespannt. Der Saldo lag im März bei -9,0 Punkten und damit nahezu unverändert zum Dezemberwert von -8,9 Punkten. In der Chemie verschlechterten sich die Erwartungen weiter von -15,8 auf -16,2 Punkte.

Mehr Ausgaben für Forschung und Software

Auch die geplanten Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigen. Im Verarbeitenden Gewerbe drehte der Saldo von -4,1 auf +1,2 Punkte. Vor allem im Fahrzeug- und Maschinenbau werden wieder höhere Investitionen erwartet, nachdem im Dezember noch Kürzungen geplant waren.

»Auch wollen die Unternehmen branchenübergreifend mehr in Software investieren. Eine Rolle dürfte dabei die zunehmende Nutzung Künstlicher Intelligenz spielen«, sagt ifo-Konjunkturexpertin Lara Zarges.

Handel bleibt zurückhaltend

Im Handel bleibt die Investitionsbereitschaft niedrig. Der Saldo lag im März mit -9,6 Punkten nahezu auf dem Niveau vom Dezember. Dienstleister zeigten sich dagegen etwas optimistischer: Ihre Erwartungen stiegen von +1,1 auf +2,8 Punkte.

Einordnung der Kennzahl

Die ifo-Investitionserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Investitionen ausweiten wollen. Der Wert ergibt sich aus der Differenz zwischen Unternehmen mit steigenden und sinkenden Investitionsplänen. Ein Wert von +100 Punkten würde bedeuten, dass alle Unternehmen ihre Investitionen erhöhen wollen, -100 Punkte entsprechend das Gegenteil. Die Höhe der geplanten Investitionen wird nicht erfasst.


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