SDC-Standard verbindet Medizingeräte

Baxter tritt OR.NET bei: Schritt zum vernetzten OP

21. April 2026, 14:20 Uhr | Elektronik medical (uh)
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Baxter tritt dem OR.NET bei und stärkt das Netzwerk für offene Medizingeräte-Interoperabilität. Der Medtech-Konzern wird mit rund 45 Partnern aus Industrie, Klinik und Forschung den SDC-Standard mitgestalten und klinische Anforderungen in die Entwicklung des vernetzten OP der Zukunft einbringen.

Der Medizintechnikkonzern Baxter verstärkt das OR.NET-Netzwerk: Das Unternehmen ist dem OR.NET e.V. beigetreten, dem deutschen Zusammenschluss von Industrie, Klinik und Forschung, der seit Jahren die offene, herstellerübergreifende Vernetzung medizinischer Geräte vorantreibt. Grundlage der Arbeit ist der SDC-Standard (Service-oriented Device Connectivity) auf Basis der ISO/IEEE-11073-Familie.

OR.NET und SDC: Offener Standard für OP-Vernetzung

OR.NET geht auf ein BMBF-gefördertes Forschungsprojekt zurück, das zwischen 2012 und 2016 mit über 50 Projektpartnern aus Industrie, Forschung und Klinik durchgeführt wurde. Die Ergebnisse mündeten 2018 in die ISO/IEEE-11073-SDC-Normen – eine offene Standardfamilie, die eine sichere, bidirektionale Gerätekommunikation per Plug-and-Play ermöglicht. Technisch baut SDC auf dem Paradigma der serviceorientierten Architektur (SOA) auf und bietet konsistente Datenqualität durch standardisierte Kommunikation. Mit RT-SDC (RT steht für realtime) existiert inzwischen auch eine Erweiterung für echtzeitkritische Anwendungen im OP.

Baxter bringt weitere klinische Perspektiven ein

Baxter setzt mit dem Vereinsbeitritt auf eine aktive Mitgestaltung des Standards. »Wir wollen die Weiterentwicklung offener und interoperabler Medizintechnik mit SDC aktiv mitgestalten und klinische Anforderungen in die Zusammenarbeit einbringen«, sagt Mattes Papendieck, Globaler Marketingleiter. Das Unternehmen ist im Bereich Intensivmedizin, Chirurgie und OP-Management tätig – genau jene klinischen Umgebungen, auf die OR.NET abzielt. Die Mitgliedschaft soll es Baxter ermöglichen, interoperable Lösungen praxisnah zu testen und als Partner in Arbeitsgruppen zu Zulassungs- und Sicherheitsfragen beizutragen.

Wachsende Industrie-Allianz um SDC

Baxter reiht sich in eine wachsende Gruppe von Medizingeräteherstellern ein, die Mitglied im OR.NET sind. Neben den wichtigsten deutschen OEMs hatte im April 2025 auch GE Healthcare seinen Beitritt bekanntgegeben und damit ein Signal in Richtung Internationalisierung des SDC-Standards gesetzt. Das OR.NET-Netzwerk setzt neben Standardisierungsarbeit auch auf Demo- und Testzentren sowie Beratungsangebote für Entwicklung und Zulassung von SDC-Schnittstellen. Für Kliniken bedeutet die wachsende Herstellerbasis eine realistischere Aussicht auf einen tatsächlich interoperablen OP-Saal – herstellerübergreifend, sicher und zertifizierbar.

Auf der DMEA live erleben

Interessierte können die SDC-Aktivitäten von Baxter auf der DMEA in Berlin persönlich begutachten: Das Unternehmen zeigt konzeptionelle Demonstrationen zur SDC-basierten Vernetzung in Halle 4.2, Stand D-112. Der OR.NET e.V. ist ebenfalls vor Ort vertreten (Halle 6.2, Stand D-101).


Der SDC-Standard (Service-oriented Device Connectivity) basiert auf der ISO/IEEE-11073-Normfamilie und definiert offene Schnittstellen für die sichere Gerät-zu-Gerät-Kommunikation in OP und Intensivstation.

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