Erfolgsverwöhnt und zu behäbig geworden? Maschinenbau-Experte Karsten Schulze, Partner der Beratung FTI-Andersch und Prof. Gisela Lanza, Institutsleiterin des Bereichs Produktionssysteme am Institut für Produktionstechnik des KIT beschreiben die aus ihrer Sicht wichtigsten Aufgaben für KMUs.
Die Ausgangslage
Ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit ist einer der weltweiten Megatrends, der auch die nächsten Dekaden begleiten wird. Aufgrund der internationalen Wahrnehmung, Deutschland sei ein sehr ‚grün‘ orientiertes Land, haben gerade hiesige Maschinenbauer die Chance, zu profitieren.
Das Problem
Gisela Lanza sagt: „Aber auch weltweit werden Umweltauflagen weiter verschärft, was internationale Anbieter dazu zwingt nachhaltiger zu werden. Heutige Wettbewerbsvorteile könnten schnell abschmelzen.“
Was jetzt tun
Die Forscherin und Expertin empfiehlt den deutschen Unternehmen, eine explizite Strategie wie nachhaltige Produkte und nachhaltige Prozesse zu entwickeln. „Kontinuierliche Investments in grüne Technologien und ein selbst gewähltes, permanentes Unterbieten bestehender Grenzwerte können den nachhaltigen Wettbewerbsvorteil sichern“, sagt Gisela Lanza. „Unternehmen zum Beispiel aus der Automobilindustrie machen es vor: da verpflichten sich einige Hersteller freiwillig, in zehn Jahren ausschließlich auf Elektro-Technologie zu setzen. Eine solch visionäre Haltung könnte auch für deutsche Maschinenbauer ein wichtiges Differenzierungskriterium hin zum internationalen Wettbewerb sein und werden.“