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»Digitale Souveränität ist entscheidend«

6. Oktober 2025, 13:00 Uhr | Andreas Knoll
Alexander Ingelheim von Proliance
© Proliance

Die Rechtsetzung der Europäischen Union gibt der IT- und OT-Sicherheitslandschaft den Anstoß, sich grundlegend zu wandeln. Auch digitale Souveränität ist ein wichtiger Trend. Alexander Ingelheim, CEO & Co-Founder bei Proliance, nimmt dazu Stellung und beschreibt die Lösung seines Unternehmens.

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it-sa Magazine: Welche Produkte und Lösungen präsentiert Ihr Unternehmen auf der Messe?

Alexander Ingelheim: Als deutscher Anbieter für Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance stellt Proliance auf der it-sa 2025 die Plattform Proliance 360 vor. Sie wurde speziell entwickelt, um Unternehmen dabei zu helfen, gesetzliche Vorgaben und Zertifizierungen wie DSGVO, NIS-2 und ISO 27001 zu erfüllen. Die Plattform kombiniert intelligente Software mit persönlicher Beratung durch TÜV- und Dekra-zertifizierte Fachexperten, um eine sichere und rechtskonforme Aufstellung zu garantieren. Die Plattform reduziert manuellen Aufwand durch automatisierte Workflows, Lückenanalysen und zentralisierte Dokumentation. Sie ermöglicht zudem eine smarte Kollaboration zwischen internen Teams und den Experten von Proliance, um gesetzliche Anforderungen und Risiken immer im Blick zu behalten, und unterstützt Unternehmen auch bei Mitarbeiterschulungen. Die Plattformlösung steht somit auch im Einklang mit den Prinzipien der europäischen Souveränität, um das wertvollste Gut europäischer Unternehmen zu schützen: ihre Daten.

Wo sehen Sie die aktuellen Trends und Hintergründe in puncto IT-/OT-Security?

Wir von Proliance sehen, dass sich die Landschaft der IT- und OT-Sicherheit durch die Gesetzgebung der Europäischen Union grundlegend wandelt. Durch Vorgaben wie DSGVO, NIS-2 und AI Act ist Informationssicherheit von einer juristischen Randnotiz zu einem zentralen Kriterium für Unternehmen geworden. Dieser Wandel ist eine direkte Reaktion auf die stark steigende Zahl von Cyberangriffen, die in der EU allein im Jahr 2024 um 16 Prozent zugenommen hat und in Deutschland einen jährlichen Schaden von über 178 Mrd. Euro verursacht. Für viele kleine und mittlere Unternehmen stellt dies eine große Herausforderung dar, weil ihnen oft die nötigen Ressourcen und das Know-how fehlen, um die Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Ein weiterer wichtiger Trend ist die digitale Souveränität, denn nur wer seine Daten nach europäischen Standards schützt, bewahrt die Kontrolle über sein wichtigstes Kapital.

Wie können Unternehmen Abhilfe schaffen?

Um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen, müssen Unternehmen vor allem die neuen EU-Regulierungen wie NIS-2 und AI Act als Chance begreifen. Anstatt sich auf manuelle Prozesse und veraltete Insellösungen zu verlassen, sollten sie Datenschutz, Informationssicherheit und KI-Compliance automatisiert in ihre Betriebsabläufe integrieren. Speziell für kleine und mittlere Unternehmen, die oft die Ressourcen für diese komplexen Aufgaben nicht haben, ist es entscheidend, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und die Compliance-Aufgaben an spezialisierte Anbieter auszulagern. Eine smarte Plattform, die den ganzheitlichen Schutz von Unternehmensdaten ermöglicht, sorgt dafür, dass Unternehmen jederzeit rechtskonform und sicher aufgestellt sind. Auf diese Weise können Unternehmen nicht nur das Risiko von Datenpannen und Cyberangriffen minimieren, sondern auch Vertrauen bei Kunden, Partnern und Investoren aufbauen. Letztendlich ermöglicht dies eine Stärkung der digitalen Selbstbestimmung des Unternehmens und trägt zur Sicherheit im digitalen Zeitalter bei.

Was hat sich seit der it-sa 2024 aus Sicht von Proliance getan?

Aus Sicht von Proliance hat sich im letzten Jahr vor allem die regulatorische Landschaft massiv verändert. Die Europäische Union hat mit Gesetzen wie NIS-2 und AI Act die Anforderungen an Unternehmen weiter verschärft und damit weltweit Maßstäbe für Datenschutz, Informationssicherheit und sicheren Einsatz künstlicher Intelligenz gesetzt. Gleichzeitig ist die Bedrohung durch Cyberangriffe weiter rasant gestiegen, was den dringenden Bedarf nach effektiven Sicherheitslösungen unterstreicht. Wir sehen, dass Unternehmen nun gezwungen sind, sich mit diesen Risiken auseinanderzusetzen, auch wenn dies zunächst Mehrkosten und Aufwand bedeutet. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die laufend neuen Compliance-Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig das Risiko durch Datenpannen, Cyberangriffe und KI-Missbrauch zu minimieren.

Proliance, Halle 7, Stand 205

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