Ein Sicherheitsforscher hat entdeckt, dass Microsofts Mal-Programm Paint und die App Fotos jedes KI-Bild mit einer unsichtbaren, von Microsoft-Servern vergebenen Kennnummer versehen – auch wenn das Bild komplett lokal auf dem eigenen Rechner entsteht. Was steckt dahinter?
Wer mit Windows Paint-Software ein KI-Bild malt, hinterlässt offenbar eine unsichtbare Spur direkt in der Bilddatei. Der Sicherheitsforscher Xusheng Li hat das Innenleben der KI-Funktionen von Microsoft Paint und der App Fotos zerlegt – und einen Mechanismus gefunden, den Microsoft bislang nicht im Detail erklärt hat.
Sobald jemand in Paint oder Fotos ein Bild per KI erzeugen oder bearbeiten lässt, schickt die App den eingegebenen Text zunächst zur Prüfung an Microsoft-Server – selbst wenn das Bild anschließend komplett lokal auf dem eigenen Rechner entsteht. Als Antwort schickt Microsoft eine eindeutige Kennnummer zurück, die dann unsichtbar in die Pixel des fertigen Bildes eingebettet wird. Folgeanfragen werden laut Li sogar ausdrücklich mit der vorherigen Kennnummer verknüpft – die Bildverarbeitung lässt sich also im Prinzip zu einer Kette zusammensetzen.
Offiziell dient das einem guten Zweck: Die EU schreibt vor, dass KI-generierte Inhalte erkennbar markiert werden müssen, und Microsoft verweist auf den offenen C2PA-Standard, der genau das leisten soll. Das Problem laut Li: Nirgendwo steht deutlich, dass diese Markierung eine von Microsofts Servern ausgegebene, an die eigene Anfrage gekoppelte Nummer enthält – und dass diese Nummer im Prinzip zu einem Nutzerkonto zurückverfolgt werden könnte, wenn Microsoft die entsprechenden Verknüpfungen speichert.
Wichtig für die Einordnung: Die Kennnummer allein verrät noch nicht, wer das Bild gemacht hat. Erst wenn Microsoft sie mit Konto-, Geräte- oder Netzwerkdaten verknüpft, wird aus der Markierung ein Tracking-Werkzeug. Ähnliche Debatten gab es schon bei Laserdruckern, die jahrzehntelang unsichtbare Punktmuster in jeden Ausdruck einbetteten. Microsoft hat sich zu der Recherche bislang nicht öffentlich geäußert.
Für alle, die mit einem aktuellen Windows-Rechner gelegentlich ein KI-Bild erzeugen: Genau hinschauen lohnt sich – die hübsche Katze mit Hut ist vielleicht nicht ganz so anonym, wie sie aussieht.
Fake-Mädchen mit Down-Syndrom soll Mitleidskäufe auslösen
Auf TikTok zeigt der Account „Kleaskunst" angeblich ein Mädchen mit Down-Syndrom, das in Handarbeit Keramik und Schmuck herstellt und deswegen beleidigt werde. Das Mädchen existiert nicht – alle Videos sind KI-generiert, mutmaßlich um mit erfundenem Mitleid den Verkauf von Billigware aus China anzukurbeln. Ein Konsumpsychologe rät, vor einem Kauf aus emotionaler Aufwallung mindestens einen Tag zu warten.
Chinas DeepSeek kann jetzt auch Bilder "sehen"
Die chinesische KI-Firma DeepSeek hat eine Testversion ihres Modells V4 Flash vorgestellt, die erstmals auch Bilder und Screenshots versteht statt nur Text. Nach eigenen Angaben kommt die neue Version nahe an die Leistung von Anthropics Claude Opus 4.8 heran – nicht aber an dessen neuestes Spitzenmodell. Ein weiteres Zeichen, wie schnell chinesische Anbieter bei Fähigkeiten aufholen, die bislang vor allem US-Labore beherrschten.
Anthropic eröffnet kostenlose "KI-Schule"
Mit „Claude Academy" hat Anthropic eine kostenlose Lernplattform mit Kursen und Abzeichen gestartet, die Menschen den sinnvollen Umgang mit KI beibringen soll – statt nur die Nutzung selbst zu bewerben.
OpenAI bereitet Börsengang für September vor
OpenAI bereitet laut Berichten die Unterlagen für einen möglichen Börsengang vor, der im September erfolgen könnte. Erstmals würden dabei Umsatz- und Gewinnzahlen des Unternehmens vollständig öffentlich.
Google schaltet Gemini-Funktionen für mehr Nutzer frei
Google hat die interaktiven Funktionen seines KI-Assistenten Gemini für deutlich mehr Nutzer freigeschaltet – ein weiterer Schritt, KI stärker in den Alltag von Android-Geräten einzubauen.
Elon Musks xAI legt mit Grok 4.6 nach
xAI hat mit Grok 4.6 ein neues Modell veröffentlicht, das laut unabhängigen Tests auf Augenhöhe mit aktuellen Spitzenmodellen liegt – zum gleichen Preis wie der Vorgänger, aber mit deutlich mehr Speicher für lange Gespräche und Dokumente.
Wird Anthropic an der Börse größer als SpaceX?
Der KI-Konzern Anthropic (bekannt für das Sprachmodell Claude) plant laut übereinstimmenden Berichten von Bloomberg und mehreren US-Wirtschaftsmedien einen Börsengang, der noch dieses Jahr den bisherigen Rekord von SpaceX knacken könnte. Im Gespräch sind eine Bewertung von rund 2 Billionen Dollar und eine Kapitalaufnahme von über 100 Milliarden Dollar – SpaceX hatte im Juni mit 1,77 Billionen Dollar Bewertung und 85,7 Milliarden Dollar den bislang größten Börsengang der Geschichte hingelegt. Offiziell bestätigt hat Anthropic die Zahlen nicht, doch das rasante Umsatzwachstum (von 9 auf über 65 Milliarden Dollar Jahresrate binnen eines Jahres) macht die Spekulation nicht unrealistisch.
(KI-unterstützt recherchiert und redaktionell zusammengestellt)