Laut einer Bitkom-Umfrage spielt der Standort von Rechenzentren für nahezu alle Unternehmen eine entscheidende Rolle bei der Auswahl des Cloud-Anbieters. Deutschland liegt dabei klar vorn.
Der Standort von Rechenzentren ist für Unternehmen in Deutschland ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Cloud-Anbietern. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Demnach berücksichtigen 97 Prozent den Standort der Server bei ihrer Entscheidung. Alle befragten Unternehmen würden Deutschland als bevorzugten Standort wählen.
Auch Rechenzentren in anderen EU-Staaten stoßen auf breite Zustimmung: 68 Prozent der Unternehmen bevorzugen einen Standort innerhalb der Europäischen Union, lediglich ein Prozent lehnt dies ab. Frankreich erreicht 23 Prozent Zustimmung, während sich 17 Prozent gegen einen Standort dort aussprechen.
Deutlich kritischer werden Standorte außerhalb Europas bewertet. Rechenzentren in den USA bevorzugen zwölf Prozent der Befragten, 51 Prozent schließen sie aus. Für Japan liegen die Werte bei neun beziehungsweise 60 Prozent, für Indien bei fünf beziehungsweise 73 Prozent. Am geringsten fällt die Akzeptanz für China aus: Nur ein Prozent bevorzugt einen Standort dort, 94 Prozent lehnen ihn ab. Großbritannien erreicht 14 Prozent Zustimmung und 32 Prozent Ablehnung.
Nach Einschätzung von Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst zeigt die Umfrage, dass Unternehmen ihre Daten möglichst in Deutschland verarbeiten lassen wollen. Damit dafür ausreichend Rechenzentrumskapazitäten entstehen, seien wettbewerbsfähige Strompreise, schnellere Netzanschlüsse und kürzere Genehmigungsverfahren erforderlich. Zudem müssten die geplanten KI-Gigafactories sowie der EU Cloud & AI Development Act zügig umgesetzt werden.
Die Ergebnisse stammen aus dem Cloud Report 2026, für den Bitkom Research insgesamt 603 Unternehmen in Deutschland telefonisch befragt hat.