Acht Monate nach Inkrafttreten der NIS-2-Richtlinie ist die Umsetzung in vielen Unternehmen noch nicht abgeschlossen. Das zeigt ein Stimmungsbild des eco-Verbands der Internetwirtschaft.
Demnach haben knapp 18 Prozent der Befragten die Anforderungen bereits vollständig umgesetzt. Rund 36 Prozent befinden sich planmäßig in der Umsetzung, weitere knapp 18 Prozent berichten von Verzögerungen.
Als größte Herausforderungen nennen die Unternehmen Nachweispflichten und Audits (rund 26 Prozent der Nennungen), gefolgt von Meldeprozessen mit den 24- und 72-Stunden-Fristen (rund 25 Prozent) sowie Risikoanalyse und Risikomanagement (rund 21 Prozent).
Der zusätzliche Aufwand durch NIS2 wird von den meisten Unternehmen als erheblich eingeschätzt. Rund 15 Prozent bewerten ihn als sehr hoch, jeweils etwa 38 Prozent als hoch beziehungsweise mittel. Keines der befragten Unternehmen gab an, dass durch NIS2 kein zusätzlicher Aufwand entsteht.
Auch der Registrierungsprozess beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wird von vielen Unternehmen als anspruchsvoll bewertet. Mehr als ein Drittel der bereits registrierten Unternehmen bezeichnet ihn als „sehr kompliziert“, 53 Prozent bewerten ihn als „in Ordnung“.
Nach Einschätzung von eco endet die Umsetzung nicht mit der Registrierung. Erforderlich seien belastbare Meldeprozesse, dokumentierte Risikoanalysen, klare Verantwortlichkeiten und ein funktionierendes Lieferkettenmanagement. Der Verband begrüßt daher die vom BSI gestartete Befragung zu Unterstützungsangeboten und fordert praxisnahe Hilfestellungen insbesondere bei Nachweispflichten, Meldewegen, Lieferkettenanforderungen und der Betroffenheitsprüfung.
Das Stimmungsbild basiert auf einer Kurzbefragung von 38 Unternehmen aus dem eco-Umfeld mit Bezug zu IT-Sicherheit, digitaler Infrastruktur und NIS2. Laut eco sind die Ergebnisse nicht repräsentativ, geben jedoch einen Einblick in die aktuelle Umsetzungspraxis.