Die hohe Nachfrage nach Flüssigkeitskühlung für KI-Rechenzentren sorgt bei den Herstellern für Investitionen. Vertiv erweitert seinen Produktionsstandort im italienischen Tognana und will die Kapazität für Kältemaschinen bis Ende 2026 verdoppeln. Gebaut wird zugleich ein neues Testlabor.
Der Standort Tognana ist eines der wichtigsten Entwicklungs- und Produktionszentren von Vertiv für thermische Systeme. Hier bündelt das Unternehmen Forschung und Entwicklung, Produktmanagement, Fertigung sowie ein Customer Experience Center, in dem Kunden komplette Kühlkonzepte unter realistischen Betriebsbedingungen testen können.
Mit dem Ausbau reagiert Vertiv auf die wachsenden Anforderungen moderner KI-Rechenzentren. Immer höhere Rack-Leistungsdichten und flüssigkeitsgekühlte Server stellen neue Anforderungen an die Kälteerzeugung und deren Integration in komplexe Kühlsysteme.
Das neue Testlabor soll Großkältemaschinen unter hoher thermischer Last und in extremen Temperaturbereichen prüfen. Ziel ist es, das Zusammenspiel mit Flüssigkeitskühlsystemen zu validieren und Kunden die Möglichkeit zu geben, komplette Kühllösungen bereits vor der Inbetriebnahme unter standortnahen Bedingungen zu testen.
„KI führt zu thermischen Anforderungen, die es vor zwei Jahren noch nicht gab – mit höheren Leistungsdichten, kürzeren Bereitstellungszeiten und höchsten Anforderungen an die Zuverlässigkeit“, sagt Vertiv-CEO Gio Albertazzi. Mit zusätzlichen Fertigungskapazitäten, integrierten Testverfahren und neuen Wärmemanagementsystemen wolle das Unternehmen diese Entwicklung unterstützen.
Auch personell soll der Standort wachsen. Nach Angaben von Vertiv entstehen im Zuge des Ausbaus zusätzliche qualifizierte Arbeitsplätze. Tognana bildet gemeinsam mit dem Standort Castel Guelfo bei Bologna eines der europäischen Kompetenzzentren des Unternehmens für Wärmemanagement in Rechenzentren. Beide Standorte beherbergen zudem die Vertiv Academy, in der Servicetechniker, Partner und Kunden geschult werden.