Der US-Konzern Madison Air übernimmt ebm-papst. Die Gesellschafterfamilien des Ventilations- und Motorspezialisten haben eine Vereinbarung zur Übertragung ihrer Anteile unterzeichnet. Im Rahmen der Transaktion wird ebm-papst mit einem Enterprise Value von 5,1 Milliarden Euro bewertet.
Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Freigaben und weiterer üblicher Vollzugsbedingungen. Mit dem Vollzug rechnen die Unternehmen gegen Ende 2026.
Madison Air will ebm-papst nach eigenen Angaben langfristig weiterführen und zusätzliche Investitionen tätigen. Der Hauptsitz der Unternehmensgruppe soll in Mulfingen bleiben. Der Standort soll zudem weiterhin eine bedeutende Rolle für Forschung, Entwicklung und Produktion spielen.
ebm-papst beschäftigt weltweit mehr als 13.000 Mitarbeiter, davon rund 5.800 in Deutschland. Nach Angaben des Unternehmens hat die Transaktion keine Auswirkungen auf bestehende arbeitsrechtliche Verpflichtungen, tarifliche Regelungen und Betriebsvereinbarungen.
Madison Air ist vor allem auf dem US-Markt aktiv. Das Unternehmen bietet Luftqualitätslösungen unter anderem für das Gesundheitswesen, die industrielle Fertigung, Reinräume, Rechenzentren und Wohngebäude an. Durch die Übernahme erhält Madison Air Zugang zu den Märkten, in denen ebm-papst insbesondere in Europa und Asien vertreten ist. Umgekehrt erwartet ebm-papst einen besseren Zugang zum US-Markt.
Eine Rolle bei der Übernahme spielt auch der steigende Kühlbedarf von Rechenzentren und KI-Infrastrukturen. Beide Unternehmen sind in diesem Markt aktiv. ebm-papst bezeichnet die Entwicklung seines Datacenter-Geschäfts als außerordentlich dynamisch.
„Wir sind dank unserer strategischen Ausrichtung auf Wachstumskurs, unser innovatives Kerngeschäft Air Technology wächst stark, und das Datacenter-Geschäft entwickelt sich außerordentlich dynamisch. Das große Potenzial für die Weiterentwicklung der Gruppe ist aber nicht ausgeschöpft und mit Madison haben wir einen Partner gefunden, der genau versteht, was ebm-papst ausmacht und was wir brauchen, um unsere Marktführerschaft weiter auszubauen. Wir werden auch von einem besseren Zugang zum US-Markt profitieren“, sagt Dr. Klaus Geißdörfer, CEO von ebm-papst.
Zu den von ebm-papst adressierten Märkten gehören neben Rechenzentren und KI-Infrastruktur auch Elektrifizierung, Energieeffizienz sowie Heiz- und Kühllösungen. Für Rechenzentren bietet das Unternehmen unter anderem die KI-basierte Plattform Nexaira an. Sie dient der bedarfsgerechten Steuerung und vorausschauenden Wartung sowie der Reduktion des Energieverbrauchs.
Madison Air sieht die regionalen Aufstellungen der beiden Unternehmen als komplementär. Während ebm-papst insbesondere in Europa sowie in Asien vertreten ist, liegt der Schwerpunkt von Madison Air in Nordamerika. Madison soll ebm-papst zudem bei der Weiterentwicklung von Fertigung, Lieferketten und kommerzieller Umsetzung unterstützen. Durch die Übernahme erhält ebm-papst nach Unternehmensangaben außerdem Zugang zum US-Kapitalmarkt.
Die Gesellschafterfamilien von ebm-papst wurden bei der Transaktion von Milbank als Rechtsberater und Goldman Sachs Bank Europe als Finanzberater unterstützt.