Neuer CTO von Q.ANT wird der Halbleiter-Experte Bruno Spruth. Der ehemalige Top-Manager von IBM wird künftig auch das Nordamerika-Geschäft leiten. Gleichzeitig baut Q.ANT seine internationale Präsenz aus und eröffnet seinen US-Hauptsitz in Austin, Texas.
Mit dem Schritt in die USA adressiert Q.ANT gezielt einen der weltweit wichtigsten Wachstumsmärkte für Künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen.
»Die Expansion von Q.ANT in die USA gibt Hyperscalern, Rechenzentren und Innovatoren die Möglichkeit zu eruieren, wie sie mit unseren photonischen Native-Processing-Servern ihren Energieverbrauch senken und gleichzeitig die Rechenleistung steigern können. Bruno Spruths umfassende, internationale Erfahrung im Halbleiterbereich ist entscheidend für unser Wachstum in einem der wettbewerbsintensivsten und innovativsten KI-Märkte«, sagt Michael Förtsch, CEO von Q.ANT. »Brunos gesamte Karriere spielte sich im Kernbereich des modernen Computings ab. Er kennt dessen Grenzen – und weiß, dass die Zukunft komplett neue Ansätze erfordert. Genau daran arbeiten wir bei Q.ANT.«
Rechenzentren und KI-Anwendungen treiben den Energiebedarf weltweit stark nach oben. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Rechenleistung und Effizienz. Q.ANT verfolgt mit photonischem Rechnen ein grundlegend neues Konzept: Statt Elektronen werden Lichtsignale zur Datenverarbeitung genutzt – nahezu ohne Wärmeentwicklung und mit deutlich höherer Energieeffizienz.
Mit Bruno Spruth gewinnt Q.ANT einen international erfahrenen Technologie-Manager. Er war zuvor 16 Jahre lang in verschiedenen Führungspositionen bei IBM tätig, zuletzt als Vice President of Power Processor Development, und verantwortete dort die Entwicklung der POWER-Prozessoren für anspruchsvolle Hochleistungsrechner-Umgebungen und KI-Anwendungen.
»Photonisches Computing ist nicht ein weiterer Fortschritt einer etablierten Technologie – es ist eine völlig andere Art des Rechnens«, sagt Spruth. »Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um diese Technologie in den US-Markt zu bringen. Mit der Kombination aus führenden technischen Hochschulen, einem etablierten Halbleiter-Ökosystem und einem innovativen Umfeld ist Austin der ideale Standort für unseren US-Hauptsitz.«
Q.ANT entwickelt photonische Prozessoren auf der Materialbasis Lithium-Niobat. Komplexe mathematische Operationen werden dabei direkt mit Licht ausgeführt.
Die Native Processing Units (NPUs) erreichen eine bis zu 30-fach höhere Energieeffizienz sowie eine bis zu 50-fach höhere Leistung in der Datenverarbeitung im Vergleich zu konventionellen Prozessoren in bestimmten KI- und HPC-Anwendungen. Über Standard-PCIe-Schnittstellen lassen sich die Systeme in bestehende Rechenzentrumsinfrastrukturen integrieren und als Co-Prozessoren neben CPUs und GPUs betreiben.
Der weltweit erste in einer produktiven HPC-Umgebung installierte photonische Prozessor, entwickelt und produziert von Q.ANT, wurde im vergangenen Jahr am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in München eingesetzt. Die Technologie wird dort unter anderem für Anwendungen in der Klimaforschung, medizinischen Bildgebung und Fusionsforschung genutzt.
Mit dem Standort in Austin positioniert sich Q.ANT in einem der weltweit führenden Ökosysteme für Halbleiterentwicklung, High Performance Computing und KI-Entwicklung. Neben dem Marktzugang plant das Unternehmen auch den Aufbau lokaler Fertigungskapazitäten. In den kommenden Monaten soll das US-Team insbesondere in den Bereichen Softwareentwicklung, Photonik und Systemdesign weiter ausgebaut werden.
Die Expansion folgt auf die Einführung der zweiten Prozessorgeneration, die derzeit vom LRZ genutzt wird, sowie auf die erfolgreiche Series-A-Finanzierungsrunde über 68 Mio. Euro durch Investoren wie Duquesne Family Office, Hermann Hauser, Cherry Ventures, UVC Ventures, L-Bank, imec.xpand, Verve Ventures, Grazia Equity, EXF Alpha, LEA Partners, Onsight Ventures und Trumpf.