ARM TechCon 2009: Neuer Prozessor Cortex-A5 vorgestellt

21. Oktober 2009, 17:00 Uhr | Frank Riemenschneider, Elektronik

Als Nachfolger der erfolgreichen ARM9- und ARM11-Architekturen stellte ARM auf der Entwicklerkonferenz TechCon 2009 in Santa Clara den Cortex-A5 vor, den es mit bis zu vier Cores geben wird.

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Bis heute haben mehr als 100 Firmen die ARM9-Architektur und mehr als 40 die ARM11-Architektur lizensiert. Nun stellt ARM mit dem Cortex-A5 einen Nachfolger vor, der nicht nur wesentlich weniger Energie pro DMIPS verbraucht, sondern auch bis zu einer Quadcore-Version ausgebaut werden kann.

Ein ARM11-Core wird in einem 90-nm-Prozess hergestellt und liefert bei einer maximalen Taktfrequenz von 620 MHz eine Rechenleistung von 675 DMIPS. Der Cortex-A5 soll 20 Prozent mehr Rechenleistung aufweisen, also 810 DMIPS. ARM sagt, der in einem 40-nm-Prozess gefertigte Cortex-A5 könne bis zu 1 GHz schnell werden.

Entscheidend ist jedoch, dass die Leistungsaufnahme gegenüber einem ARM11-Prozessor um 55 Prozent reduziert werden konnte (um 50 Prozent gegenüber ARM9). Dies bedeutet, dass in einem geschwindigkeitsoptimierten 90-nm-Prozess mit Cache rund 0,25 mW/MHz und ohne Cache 0,20 mW/MHz aufgenommen werden, also bei 1 GHz Taktfrequenz 200 bzw. 250 mW. Die Die-Fläche konnte sogar um fast 80 Prozent verringert werden, was für die Chip-Kosten nicht unerheblich ist.

Wie immer in den vergangenen Monaten konnte es sich ARM auch diesmal nicht verkneifen, einen Seitenhieb auf Intel auszuteilen. So wurde in der Präsentation des Cortex-A5 behauptet, dass der Atom-Prozessor in einem 15-nm-Prozess gefertigt werden müsse, um dieselbe Silizumfläche wie der Cortex-A5 einzunehmen.

Was die Energieeffizienz angeht, lässt sich die auch objektiv berechnen: Der Atom N270 erzielt bei 1,6 GHz einen DMIPS-Wert von 3900, was 4,8 mal mehr ist als beim Cortex-A5. Die TDP beträgt 2,5 W, was zehnmal so viel ist wie beim Cortex-A5. Letzterer liefert damit rund zweimal soviel DMIPS pro Watt Verlustleistung, er ist allerdings nicht x86-kompatibel, was laut Intel ja das entscheidene Argument für zukünftige mobile Internet-Geräte sein soll. Zudem sind die Zielgruppen beider Prozessoren völlig unterschiedlich.

Der Cortex-A5 wurde von ARM (mangels Rechenleistung) unterhalb der Smartphones (und damit des Atom-Prozessors) platziert: Er soll den Bereich vom Ultra-Low-Cost-Handy für Märkte wie Indien und China bis zum Mittelklasse-Handy abdecken, ab dem Smartphone aufwärts soll dann der Cortex-A8 oder Cortex-A9 MPCore zum Einsatz kommen.


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