Stromsparen, Qualität und ein Eclipse-Tool räumen Embedded Award ab

2. März 2009, 17:45 Uhr | Joachim Kroll, Elektronik
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Wo seid ihr, Fehler?

Wo seid ihr, Fehler?

Der Award in der Kategorie Software geht an Coverity für sein Tool zur statischen Analyse von Source-Code. Statische Code-Analyse ist im Prinzip nicht neu, hat aber schon lange mit zwei Problemen zu kämpfen: einer sehr langen Analysedauer und der schwierigen Balance zwischen Genauigkeit und Fehlalarmen. Wird sehr kritisch nach Fehlern gesucht, dann schlagen Codeanalysatoren auch an Stellen Alarm, die zur Laufzeit überhaupt keine Probleme bereiten. Coverity hat ein neues Analyseverfahren, die Boolean Satisfiability (Boole'sche Erfüllbarkeit), entwickelt.

Zusammengefasst lässt sich SAT als ein Problem definieren, bei dem es darum geht, herauszufinden, ob sich die Variablen einer Booleschen Formel so wählen lassen, dass der Gesamtausdruck »wahr« wird. Ebenso wichtig ist die Bestimmung, dass eine Formel unerfüllbar ist, wenn alle möglichen Variablenzuordnungen das Ergebnis »falsch« liefern. Das SAT-Verfahren kommt aus der Welt der EDA-Tools und wird von Chipentwurfswerkzeugen schon lange eingesetzt. Coverity hat den Einsatz von SAT-Solvern auf die Ebene von Quellcode übertragen. Damit Quellcode allerdings von einem SAT-Solver untersucht werden kann, muss der Code so transformiert werden, dass er in Form Boolescher Werte und Operatoren vorliegt - ein sehr komplexes Verfahren, für das Coverity sicher einen Award verdient hat.

BenchX - kommerzielles Eclipse-Tool

Die Entwicklungsumgebung Eclipse hat einen beispiellosen Siegeszug bei den Entwicklern angetreten. Die Liste der Firmen, die Entwicklungsumgebungen auf der Grundlage von Eclipse anbieten, liest sich wie das Who-is-who der Branche: Wind River, IBM, MontaVista, Symbian, Nokia, Motorola, SonyEricsson... Ursprünglich für Java-Entwicklung konzipiert, hat Eclipse mit den C Development Tools (CDT) zwar einen großen Schritt hin zu den Embedded-Entwicklern getan, benötigt für die Geräteentwicklung aber trotzdem noch viele Ergänzungen. Dazu zählen z.B. die Host-Target-Verbindung oder die Zusammenarbeit mit Echtzeit-Betriebssystemen.

Express Logic hat mit BenchX eine kommerzielle Eclipse-Entwicklungsumgebung geschaffen, die ohne langes Einrichten und Herumkonfigurieren eine fertige Embedded-Entwicklungsumgebung installiert. Mit GNU-C/C++-Crosscompiler, Unterstützung für ARM-, Mips-, PowerPC- und ColdFire-Architekturen und der optionalen Einbindung einer Hardware-Debug-Probe (Macraigor JTAG usbWiggler) sind zahlreiche Anforderungen für die Geräteentwicklung abgedeckt. Und mit einem moderaten Preis von rund 1000 Dollar pro Entwicklerarbeitsplatz schlägt Express Logic hier einen Mittelweg zwischen »kommerziellem Hochpreisprodukt« und kostenloser Open Source ein.


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  3. University-Award für Simulation eines Unterwassermodems

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