MathWorks-Release 2026a

Embedded-Systeme mittels generativer KI entwickeln

30. April 2026, 22:01 Uhr | Andreas Knoll
Simulink Copilot zeigt, wie sich Designänderungen im Modell umsetzen lassen, und liefert dafür Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
Simulink Copilot zeigt, wie sich Designänderungen im Modell umsetzen lassen, und liefert dafür Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
© MathWorks

MathWorks hat eine neue Version seiner Software vorgestellt - Release 2026a -, die generative KI direkt in Ingenieur-Workflows bringt, sodass die Entwicklung vom frühen Entwurf bis zur Produktion schneller sowie leichter reproduzierbar und rückverfolgbar gestaltet werden kann.

Die Version 2026a der Produktfamilien Matlab und Simulink bietet neue KI-Fähigkeiten für die Entwicklung von Embedded-Systemen. Sie führt Simulink Copilot zur Unterstützung des Model-Based Design und Polyspace Copilot zur Verbesserung der Codeanalyse von Embedded Software ein. Damit können Ingenieure ihre Produktivität steigern und zugleich Stringenz, Rückverfolgbarkeit und Wiederholbarkeit in ihren Designs sicherstellen. Die neue Version umfasst zudem weitere Aktualisierungen, die Ingenieuren dabei helfen, schneller zu entwerfen, Probleme früher zu erkennen und den Weg vom Entwicklungsprozess über die Verifikation bis hin zur Produktion effizienter zu gestalten.

MathWorks treibt zudem KI für das Engineering auf zwei sich ergänzenden Wegen voran: Zum einen bringt das Unternehmen Copilots direkt in die von Ingenieurteams bereits genutzten Umgebungen ein, wie etwa Matlab Copilot, Simulink Copilot und Polyspace Copilot. Zum anderen erweitert MathWorks diese Umgebungen um agentenbasierte Workflows, in die Matlab- und Simulink-Funktionen über Matlab MCP Core Server und Matlab Agentic Toolkit eingebunden werden. Für Führungskräfte und Manager im Ingenieurwesen wird damit laut MathWorks vor allem eines deutlich: Entwicklung wird nicht nur schneller, sondern auch strukturierter. Teams können Designs schneller verstehen, Softwareprobleme früher angehen und Entwicklungs- und Verifikations-Workflows konsistenter anwenden.

»Ingenieurteams haben jetzt Zugriff auf Funktionen, die durch generative KI ermöglicht werden; gleichzeitig benötigen Führungskräfte die Gewissheit, dass diese in greifbare technische und geschäftliche Vorteile umgesetzt werden«, sagt Avinash Nehemiah, Head of Product Management and Marketing, Design Automation bei MathWorks. »Bei technischen Designs und der Softwareverifikation dürfen Produktivitätssteigerungen nicht auf Kosten der Gründlichkeit, der Rückverfolgbarkeit oder des Vertrauens gehen. MathWorks verpflichtet sich daher, fundierte KI-Tools für das Ingenieurwesen bereitzustellen, die Teams dabei helfen, effizienter zu arbeiten und gleichzeitig die Disziplin und das Vertrauen zu bewahren, die für die Entwicklung komplexer technischer Systeme erforderlich sind.«

Basierend auf den Modellen der Anwender, definierten Prozessen für Entwicklungsteams und der MathWorks-Dokumentation bietet Simulink Copilot eine auf den speziellen Ingenieurkontext zugeschnittene Anleitung. Das Tool kann Modellerklärungen generieren, Fragen zum Modellverhalten beantworten und dabei helfen, relevante Blöcke und Teilsysteme in ihren Modellen schneller zu erkennen. Durch das Isolieren von Problemen, das Vorschlagen von Lösungsansätzen und die Unterstützung bei den nächsten Schritten hilft Copilot Ingenieuren dabei, den Designprozess zu beschleunigen. Darüber hinaus können Ingenieurteams Copilot nutzen, um standardisierte Aufgaben auszuführen und damit eine konsistente Entwicklung und Verifikation zu unterstützen.

Die Version 2026a erweitert das Polyspace Portfolio um zwei neue Produkte: Polyspace Copilot und Polyspace as You Code. Polyspace Copilot bietet auf Basis der Analyseergebnisse von Polyspace konkrete Hilfestellungen, die Ingenieure dabei unterstützen, die Ergebnisse statischer Analysen zu interpretieren, Probleme besser zu verstehen und sie effizienter zu beheben. Polyspace as You Code ermöglicht es Entwicklern, Programmierregeln für C- und C++ direkt während des Codierens zu überprüfen sowie Programmierfehler und Schwachstellen frühzeitig zu erkennen – auch in Codes, die mit KI-unterstützten Tools erstellt wurden. Gemeinsam helfen diese Lösungen Teams, Probleme früher zu identifizieren und die Softwarequalität über den gesamten Entwicklungszyklus hinweg zu stärken.

Darüber hinaus umfasst R2026a drei weitere Verbesserungen innerhalb der Polyspace-Produktfamilie:

• eine neue Polyspace-Desktop-Anwendung für einheitliche Konfigurations- und Ergebnisverwaltung,

• Erweiterungen von Polyspace Bug Finder um benutzerdefinierte Checker und Codierungsstandards sowie

• Funktionen zur Software-Bereinigung in Polyspace Test für die dynamische Analyse von Runtime-Fehlern.

Zusammen sorgen diese Verbesserungen für einen einheitlicheren Workflow bei Maßnahmen zur Sicherstellung der Softwarequalität in den Bereichen Entwicklung, Test und Verifikation.

Neben Matlab-, Simulink- und Polyspace-Produkten umfasst die Version 2026a weitere neue Produkte:

• Matlab Course Designer: Ein neues Produkt, das Lehrende mithilfe von Matlab und Simulink bei der Entwicklung von Kursen, Kursmaterialien, Laborübungen und Prüfungen unterstützt.

• Simulink FMU Builder: Das neue Produkt dient der Erstellung eigenständiger Functional Mockup Units aus Simulink-Modellen sowie aus C- oder C++-Code und unterstützt damit den Modellaustausch und Integrationsworkflows.

• Matlab: Interaktive Websites mit Visualisierungen lassen sich erstellen und teilen, ohne dass Matlab installiert werden muss. Zudem vereinfacht das Release die Verwaltung von Python-Umgebungen und verbessert den Datenaustausch zwischen Matlab - und Python-basierten-Workflows.

• Simulink: Vereinfachte aufgabenorientierte Kontextmenüs sorgen für einen schnelleren Zugriff auf häufig verwendete Aktionen. Außerdem können Anwender C- und C++-Code innerhalb von Modellen ohne Sprachbeschränkungen oder zusätzliche Wrapper simulieren.

• Wireless Network Toolbox: Dient dem Modellieren, Simulieren, Analysieren und Visualisieren drahtloser Kommunikationsnetzwerke, um das Verhalten von Gesamtsystemen umfassend zu bewerten.

• Matlab Test: Mit Unterstützung von Matlab Copilot lassen sich Startertests, Äquivalenztests und Tests aus dem Befehlsverlauf generieren. Ingenieure können dabei gezielt Tests durchführen, die sich auf die aktuelle Datei beziehen, um unnötige Ausführungen zu vermeiden.

• Mapping Toolbox: Verbessert die Geodatenanalyse mit 3D-Gebäudevisualisierung, Bildüberlagerungen und Rasterkartenfunktionen.

• Signal Processing Toolbox: Neue Apps wie Filter Designer und Filter Analyzer erleichtern den Entwurf und die Analyse digitaler Filter. Ergänzend stehen interaktive Werkzeuge bereit, um Zeitfrequenz-Daten zu kennzeichnen und Signalmerkmale zu extrahieren.

Weitere Informationen zu allen neuen Produkten, Verbesserungen und Fehlerbehebungen in den Matlab- und Simulink-Produktfamilien sind unter https://de.mathworks.com/products/new_products/latest_features.html zu finden.


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