Anders verhält es sich, wenn die Unternehmensspitze das Outsourcing dogmatisch vorgibt und die Entscheidung im Unternehmen nicht ausreichend diskutiert und nachvollziehbar kommuniziert hat. »Dann kommt es schon vor, dass sich die Mitarbeiter mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass ein Bereich ausgelagert wird«, sagt Witte. Zwar ändert dies letztlich nichts an der Entscheidung, aber die Phase der Fertigungsüberleitung an den EMS dauert länger. Die Gefahr von Reibungsverlusten sieht Witte bei einem durchdachten und sorgfältig geplanten Outsourcing nicht. Schließlich müsse ein Unternehmen, das Inhousefertiger ist, auch innerhalb des eigenen Unternehmens klare Schnittstellen zur Fertigung aufbauen, damit alle Prozesse optimal funktionieren.
Nicht zuletzt ist die Entscheidung »Outsourcing, ja oder nein« vor allem eine strategische. »Neben den »nackten« Kosten der Produktion muss sich ein Inhousefertiger mit den dafür erforderlichen Technologien und Gerätschaften auseinandersetzen«, gibt Witte zu bedenken. »Wenn das Management eine eigene Elektronikfertigung als Erfolgsfaktor für das Kerngeschäft ansieht, wird es nicht über Outsourcing nachdenken.« Aber auch eine teilweise Auslagerung der Fertigung ist möglich: Möchte ein Unternehmen nicht die komplette Fertigung auslagern, lässt sich auch partiell und nach Bedarf auf die externe Kapazität eines EMS-Dienstleisters zurückzugreifen.
Outsourcing-Checkliste
Hilfe bei der Aufstellung der wichtigsten Parameter zum Thema »Outsourcing, ja oder nein« bietet der Outsourcing-Leitfaden »OS10« von BuS Elektronik. Darin finden sich grundlegende Aspekte, die beim Outsourcing zu beachten sind. Eine Literaturangabe rundet die Broschüre ab.
• Was spricht aus Kundensicht für Outsourcing?
• Wo liegen die Risiken?
• Welcher Dienstleister ist der richtige?
• Wo liegen die gemeinsamen Kostenreduzierungspotenziale
• Wie kann ein Projekt ablaufen?
• Wann soll die Entscheidung fallen?
Der Leitfaden ist über info@bus-elektronik.de als Print-Ausgabe bestellbar.