Umfrage bei EMS-Managern

23. November 2023, 6 Bilder
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Roland Hollstein, Geschäftsführer, Grundig Business Systems

Wir haben einen guten Auftragseingang gemessen an unserer Book-to-Bill-Rate, das lässt uns durchaus optimistisch in die Zukunft blicken. Die prognostizierten grauen Wolken, die im Anlagenbau oder in stark rezessionsgefährdeten Sektoren existieren, sehen wir zumindest im Auftragseingang noch nicht. Im Umsatz kämpfen wir immer noch mit Nachlaufproblemen aus den gestörten Logistikketten, sehen hier aber durchaus Verbesserungen und bessere Planbarkeit. Wir werden dieses Jahr über dem Vorjahr abschließen und planen auch mit moderaten Wachstumsraten in die Zukunft.

Die größte Herausforderung ist momentan das Management des Working-Capital. Auf der einen Seite haben wir in der Vergangenheit aufgrund der Bauteilsituation alles getan, um an Bauteile, die mit Lieferzeiten von mehr als 52 Wochen gehandelt wurden, heranzukommen, in Absprache mit den Kunden zu deutlich höheren Preisen. Viele dieser Bauteile – aber nicht alle – wurden uns nun nach langen Wartezeiten ohne große Ankündigung auf den Hof gekippt. Die Bestände steigen nun, da leider auch von Kundenseite vielfach Verschiebungen sich wieder ergeben haben. Bestandsmanagement wird zur absoluten Chef-Aufgabe, da natürlich durch das deutlich gestiegene Zinsniveau jeder schiebt und sein Lager so klein wie möglich halten will.

Die Materialsituation entspannt sich insgesamt, aber nach wie vor gibt es teilweise lange Lieferzeiten. Alle Materialien, deren Lieferzeit über 30 Wochen gehen, sind sehr aufwendig in der Angebotserstellung, da der Kunde in der Regel nicht so lange auf seine Baugruppen wartet. Es müssen Alternativen geprüft werden oder Brokerzukauf, der in der Regel sehr teuer für den Kunden ist und teilweise auch nicht immer Akzeptanz findet.