Konsortium für UWB gegründet Für Interoperabilität zwischen ICs, Geräten und Diensten

Logo des FiRa-Konsortiums, abgekürzt für »Fine Ranging«.
Logo des FiRa-Konsortiums, abgekürzt für »Fine Ranging«.

Unter dem Namen FiRa für »Fine Ranging« hat NXP Semiconductor zusammen mit weiteren Unternehmen ein Konsortium ins Leben gerufen. Es soll dazu beitragen, dass auf der Basis IEEE 802.15.4/4z interoperable Lokalisierungssysteme mit hoher Genauigkeit entwickelt werden können.

Gemeinsam gründen die unternehmen Assa Abloy AB – Hersteller von Schließsystemen –, Bosch, HID Global – Hersteller von Zugangssystemen –, NXP Semiconductors und Samsung Electronics das FiRa-Konsortium. Es soll künftig den Ausbau und die Verbreitung des Ultra-Wideband (UWB) Wirtschaftsökosystems vorantreiben.

Die Gründungsmitglieder gehen davon aus, dass zukünftige UWB-Anwendungen ein gemeinsames Fundament benötigen, um die Interoperabilität zwischen verschiedenen Gerätekategorien zu unterstützen. Sie planen daher, Ultra-Wideband zu fördern und so neue Anwendungen zu ermöglichen, die auf einer sehr genauen Messung zur Positionsbestimmung basieren.

Ziel des FiRa-Konsortiums ist es, einen Standard für UWB zu definieren, der Endnutzern zuverlässige UWB-Anwendungen ermöglicht. Als erste Mitglieder sind die Unternehmen Sony Imaging Products & Solutions Inc., LitePoint und die Telecommunications Technology Association (TTA) beigetreten.

Genaue Positionsbestimmung

Mit dem Namen FiRa für »Fine Ranging« sollen die Eigenschaften der UWB-Technik hervorgehoben werden, insbesondere die hohe Genauigkeit bei der Entfernungsmessung oder bei der Bestimmung der relativen Position eines Gerätes oder Objekts zu einem anderen. Vorallem in schwierigen Umgebungen soll die UWB-Technik anderen Lokalisierungstechniken in Hinblick auf Genauigkeit, Stromaufnahme, Stabilität der HF-Verbindung sowie Sicherheit überlegen sein.

Ausgangspunkt für die UWB-Technik ist der IEEE-Standard 802.15.4/4z. Er definiert die wesentlichen Merkmale für die Funkkommunikation mit niedriger Datenrate und verbesserter Reichweite. Ziel des FiRa-Konsortiums ist die Entwicklung eines interoperablen Standards auf Basis der bewährten Merkmale des bisherigen-Standards. Dieser soll Mechanismen definieren, die über den IEEE-Standard hinausgehen und Maßnahmen vorantreiben, die eine schnelle Entwicklung spezifischer Anwendungen unterstützen.

Aufgrund der Eigenschaften von UWB ist die Technik in vielen Bereichen einsetzbar, z.B.:

  • Zugangskontrolle – UWB kann erfassen, wenn eine Person sich einem gesicherten Eingang nähert oder sich von ihm entfernt, zugleich die Sicherheitsfreigaben der Person überprüfen und eine autorisierte Person durch den Eingang passieren lassen, ohne dass die Person ihre Zugangsberechtigung physisch vorlegen muss.
  • Standortbasierte Dienste – UWB bietet eine präzise Lokalisierung auch in stark frequentierten Umgebungen mit Mehrwegeffekten. Es erleichtert die Navigation in großen und stark besuchten Gebäudekomplexen wie Flughäfen und Einkaufszentren. Darüber hinaus ermöglicht UWB gezielte digitale Marketingkampagnen und die Erfassung von Besucherströmen.
  • Gerät-zu-Gerät-Dienste – Da UWB die die genaue relative Entfernung und Richtung zwischen zwei Geräten (Peer-to-Peer) erfassen kann, lässt sich die relative Position zueinander auch ohne Infrastrukturen wie Ankerknoten finden. Das erleichtert zum Beispiel das auffinden von versteckten Gegenständen.

Dank seiner geringen spektralen Dichte gibt es bei UWB wenig bis gar keine Interferenzen mit anderen Funkstandards. Daher eignet sich UWB gut für den Einsatz mit anderen Funktechniken wie Near Field Communication (NFC), Bluetooth und WiFi.

Mitglieder des FiRa-Konsortiums haben die Möglichkeit, Branchentrends zu beeinflussen, frühzeitig Zugang zu technischen Details zu erhalten, Produkte zu zertifizieren, das UWB- Wirtschaftsökosystem auszubauen und Fachwissen auszutauschen.

 

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FiRa-Konsortium

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