3D-Lidar

Vom Massenmarkt bis zum Premiumsegment

26. August 2019, 14:01 Uhr | Iris Stroh

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Weitere Neuigleiten rund um LiDAR

Patentstreit zwischen LeddarTech und Phantom Intelligence entschieden:

Der kanadische Lidar-Spezialist LeddarTech hat sein Patentverletzungsverfahren gegen Phantom Intelligence vor dem Bundesgericht in Kanada zu seinen Gunsten abschließen können. Im Dezember 2015 hatte LeddarTech das ebenfalls kanadische Unternehmen Phantom Intelligence wegen der illegalen Nutzung seiner patentierten Lidar-Sensortechnologie (kanadisches Patent Nr. 2.710.212 mit dem Titel „Detection and Ranging Methods and Systems“) angezeigt.

Das Patent ist ein Kernelement des geistigen Eigentums von LeddarTech und wird in allen seinen Lidar-Sensorprodukten genutzt, die in fortgeschrittenen Fahrerassistenzsystemen (ADAS) und autonomen Fahranwendungen (AD) im Automobil- und Mobilitätssektor eingesetzt werden. Durch den vor Gericht ausgehandelten Vergleich, dessen Höhe und Bedingungen vertraulich sind, wird Phantom Intelligence zum Kunden von LeddarTech. LeddarTech hält bereits 52 Patente, weitere 20 sind angemeldet.


Yole Développement prognostiziert, dass Lidar-Markt deutlich wächst:

Yole Développement (Yole) beziffert den Lidar-Markt im Jahr 2018 mit 1,3 Mrd. Dollar. Die Analysten gehen davon aus, dass der gesamte Lidar-Markt bis 2024 6 Mrd. Dollar erreichen wird, davon sollen 70 Prozent auf Automobilanwendungen entfallen. Das hoch- und vollautomatisierte Fahren soll gemäß Yole schon in naher Zukunft zur Realität werden. Dank geringerer Produktionskosten und neuer Technologien soll Lidar zu einer wichtigen Komponente für Automobilanwendungen werden, sodass die Analysten eine Explosion des Marktvolumens erwarten: Zwischen 2018 und 2024 ist von einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 64 Prozent die Rede.


Analog Devices und First Sensor pushen Sensortechnologien:

Analog Devices (ADI) und First Sensor arbeiten zusammen. Ziel der Kooperation ist es, die Einführung autonomer Sensorik für unbemannte Fahrzeuge sowie Luft- und Unterwasserfahrzeuge für Bereiche wie Transportwesen, intelligente Landwirtschaft, industrielle Fertigung und andere Branchen zu beschleunigen. Im Rahmen der Zusammenarbeit entwickeln die beiden Unternehmen Lösungen, die die Lidar-Signalkette verkleinern, um eine höhere Systemleistung zu ermöglichen und die Abmessungen, das Gewicht sowie den Strombedarf und die Kosten zu reduzieren. Die Unternehmen planen außerdem die Entwicklung zusätzlicher Lidar-Produkte für Anwendungen in der Automobil- und Industriefertigung. Im ersten Schritt wollen die Unternehmen den TIA (Transimpedanzverstärker) von ADI mit den Avalanche-Fotodioden (APDs) von First Sensor kombinieren (einschließlich Optimierung), um leistungsfähigere und effiziente Lidar-Lösungen anbieten und die Markteinführung von Lidar-Systemen auf dem autonomen Transportmarkt besser unterstützen zu können.
Seit mehr als 25 Jahren entwickelt Analog Devices Technologien für die Transportsicherheit. Zu den jüngsten Neuvorstellungen gehören mehrkanalige TIAs, die entwickelt wurden, um einen Fotostrom mit großem Dynamikbereich in niederohmige Spannungssignale umzuwandeln. First Sensor verfügt ebenfalls über mehr als 25 Jahre Erfahrung bei der Herstellung von Lidar-APDs, die in ihrer Eigenschaft als hochempfindliche Detektor-Arrays Licht in Fotostrom umwandeln. Die Optimierung der Verbindung zwischen den APDs und TIAs ist entscheidend, da sie das Grundrauschen und die erreichte Bandbreite wesentlich beeinflusst. Verbesserungen bei diesen beiden Parametern führen direkt zu Lidar-Systemen, die Objekte mit größerer Reichweite und höherer Präzision erkennen können.
First Sensor und Analog Devices werden jeweils ein gemeinsames Evaluierungs-Board anbieten, mit dem Systemhersteller die kombinierte Lösung testen können.

TowerJazz produziert Strahlführungs-IC von Lumotive:

Die Foundry TowerJazz und Lumotive, ein von Bill Gates finanziertes Startup-Unternehmen, das Lidar-Systeme für autonome Fahrzeuge entwickelt, haben gemeinsam einen funktionierenden Strahlführungs-IC für Lidar-Systeme demonstriert, der vollständig ohne bewegliche Teile auskommt. Der IC basiert auf der proprietären LCM-Technologie (LCM: Liquid Crystal-Metasurface) von Lumotive. Dabei handelt es sich um eine halbleiterbasierte Technik, mit der Laserimpulse basierend auf den Prinzipien der Lichtbeugung von Metamaterialien gesteuert werden. Für die Fertigung der ICs hat TowerJazz seine 130-nm-Cu-BEL-Technologie (BEL: Back-End-of-Line) verwendet, die aufgrund der spezifischen optischen Leistungsanforderungen mithilfe einer veränderten Lithografie und eines kundenspezifischen Dielektrikums optimiert wurde. Das komplette Lidar-System von Lumotive, das auf diesem Strahlführungs-IC und einem kundenspezifischen SiPM-Sensor (Silicon-Photomultiplier) basiert, wurde mithilfe der SPAD-Technologie (Single Photon-Avalanche-Diode) von TowerJazz gefertigt. Diese Technologie soll Ende dieses Jahres für Prototypentests verfügbar sein.

 

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