Infineon Technologies

Cloudbasierte virtuelle Plattform für Automotive-MCUs

23. Juni 2026, 07:39 Uhr | Iris Stroh
Bild eines modernen Autos
© Infineon Technologies

Infineon Technologies arbeitet mit Amazon Web Services (AWS) zusammen, um die Evaluierung von Mikrocontrollern (MCUs) zu beschleunigen und dadurch Entwicklungszyklen für Automotive-Systeme zu verkürzen.

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Als Teil der Zusammenarbeit startet Infineon eine von AWS unterstützte cloudbasierte Plattform für die virtuelle Evaluierung von Infineon-MCUs. Die neue Plattform ermöglicht eine hardware-unabhängige Evaluierung, reduziert laut Unternehmensangaben Evaluierungszyklen von mehreren Wochen auf Minuten und senkt die Evaluierungskosten pro Nutzer erheblich, da sie gleichzeitig Hunderte von Nutzern weltweit unterstützt. Die Plattform umfasst bereits Infineons zukünftige RISC‑V-basierte Architektur.

»Entwicklungsgeschwindigkeit ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für die Automobilindustrie und gewinnt mit softwaredefinierten Fahrzeugen noch weiter an Bedeutung«, sagt Thomas Schneid, Vice President Software, Partner & Ecosystem Management bei Infineon Technologies. »Hardwarebasierte MCU‑Evaluierung ist bislang für viele Entwicklungsteams ein Engpass. Unsere cloudbasierte Plattform macht es Kunden erheblich einfacher, unsere Mikrocontroller bereits früh im Entwicklungszyklus praktisch zu testen. Dies ist besonders hilfreich bei völlig neuen MCUs wie unserer zukünftigen RISC‑V-basierten Familie.«

Die neue Plattform basiert auf der Virtual-Engineering-Workbench, einem Open-Source-Angebot von AWS, das von Kunden aus der Automobil‑ und Fertigungsindustrie für digitale Toolchains, Hardware‑Virtualisierung sowie Infrastrukturmanagement genutzt wird. Kombiniert mit dem Halbleiter-Know-how von Infineon bietet sie eine umfassende cloud‑native Umgebung für die virtuelle MCU‑Evaluierung. Der Zugriff erfolgt per Browser, wodurch kein eigenes Tool installiert werden muss und ein konsistenter Workflow über verschiedene Betriebssysteme hinweg möglich ist, während isolierte Cloud‑Umgebungen sicherstellen, dass Nutzer sich nicht gegenseitig beeinträchtigen. Nutzer erhalten während des Evaluierungsprozesses unmittelbares Feedback.

»Unsere Zusammenarbeit mit Infineon zeigt das Potenzial im Wechselspiel zwischen Cloud-Technologie und physischem Silizium«, sagt Sonja Gatzke, Leiterin Fertigung bei Amazon Web Services Deutschland. »Entwicklungsteams, die früher Tage brauchten, um einen neuen Mikrocontroller zu evaluieren, können heute innerhalb von Minuten starten. RISC‑V‑basierte Architekturen der nächsten Generation sind sofort weltweit für Entwickler zugänglich. So beschleunigen wir gemeinsam Innovationen in der Automobilindustrie.«

Die Plattform unterstützt zwei grundlegende Arbeitsabläufe. Der Schnellmodus ermöglicht schnelle Tests mithilfe vorkonfigurierter Referenzanwendungen zur sofortigen Validierung von MCU‑Funktionen. Der Expertenmodus bietet eine vollständige browserbasierte virtuelle Entwicklungsumgebung, einschließlich Kompilierung, Flashen, Debugging und Performance‑Analyse. Er eröffnet erfahrenen Embedded‑Entwicklern einen Pfad von der ersten Evaluierung bis zur tiefergehenden Prototypenerstellung – ohne lokal installierte Toolchains.

Die Plattform verfügt zudem über eine Automatisierungsfunktionen für die Produktteams von Infineon, mit deren Hilfe neue MCU‑Varianten mit minimalem Aufwand paketiert und bereitgestellt werden können, sodass sie sofort für Kunden zur Evaluierung verfügbar sind. Nutzungsanalysen liefern Einblicke, welche MCUs und Anwendungen am häufigsten bewertet werden, und unterstützen so die zukünftige Produktplanung.

Verfügbarkeit

Die Plattform wird im dritten Quartal 2026 für ausgewählte Infineon‑Kunden verfügbar sein und anschließend schrittweise weiteren Kunden

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